Zusammen kommt man hoch hinaus

Klettersport verbessert Fitness, Gesundheit und das Selbstwertgefühl, so die Erkenntnis des inklusiven Aktionstages in der Kletterhalle.

"Gemeinsam hoch hinaus" war der inklusive Klettertag der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saarland in der St. Wendeler Rocklands-Kletterhalle überschrieben. Acht Kinder und Jugendliche, darunter drei Autisten, die in Awo-Behinderteneinrichtungen betreut werden und acht aus stationären Einrichtungen der Jugendhilfe, wurden von ihren Betreuern mit ein paar Aufwärmübungen auf die integrative Kletterpartie vorbereitet. "Der Klettersport verbessert die körperliche Fitness, ist gesundheitsfördernd, vergrößert das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl und fördert Freundschaften", sagte die Awo-Jugendhilfeleiterin Birgit Luhmann. Und zudem sei der Tag wichtig für den Austausch zwischen den Klettersport affinen Mitarbeitern untereinander. In der ersten Trainingseinheit wurden die sechs- bis 19-Jährigen, wovon mehrere bereits einige Kletterworkshops besucht haben, in zusammengewürfelten Gruppen eingeteilt. Beispielsweise musste Yannic, der bei der Ausübung von Sportarten nur einen Arm einsetzen kann, in seiner Gruppe von den Partnern dem Behinderungsgrad entsprechend unterstützt werden. "Die Jugendlichen sollen das Klettern auch nutzen, um eigene Erfahrungen zu machen", erklärte Luhmann. Erstens müssten sie dabei mutig sein und auf der anderen Seite komme es auf die Sicherheit an. Zusätzlich würden sie durch die Partnersicherung lernen Verantwortung zu übernehmen, was die Teamfähigkeit fördere. "Man vertraut sich gegenseitig, je besser eine Seilschaft funktioniert, desto besser klappt es", sagte sie. Dabei gelte es Hindernisse zu überwinden, über bisherige Grenzen hinausgehen: Ein Erlebnis mit hohem Spaßfaktor und aus erlebnispädagogischer Sicht sehr wertvoll. "Die Freude an der Bewegung ist Lebensfreude und verschafft ein Erfolgserlebnis", ergänzte sie. Stimmt. Die Jugendlichen wirkten sichtlich entspannt, nachdem sie die erste Höhenluft geschnuppert hatten. "Wir starten noch einen kleinen Wettkampf, bei dem jeder seine eigene Höhe bestimmen kann", teilte Betreuer Eric den Teilnehmer mit. Alle wetteiferten und kletterten mit vollem Einsatz höchstmöglich die Wand hinauf, eine ganze Reihe bis unter das Hallendach und ließen sich dann wieder abseilen. Unten angekommen strahlten Marc, Angelina oder Leonie über das ganze Gesicht und wurden vom gesamten Bodenpersonal abgeklatscht. Nach mehr als vier Stunden Klettern waren die 16 Kinder und Jugendlichen dann schon etwas ausgepowert von den langen Routen. Finanziell gefördert wurde der sportliche Awo-Inklusionstag durch die Aktion Mensch, die bis zum Jahre 2000 unter dem Name Aktion Sorgenkind bekannt war.