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Sturmtief Bennet Rosenmontag im Landkreis St. Wendel

Unwetter im Landkreis St. Wendel : Sturmtief legt Windrad lahm und fegt etliche Bäume um

Die Umzüge im Landkreis St. Wendel lässt Bennet jedoch gewähren. Für die Feuerwehrleute gab es am Vormittag einige Einsätze abzuarbeiten.

Würde Bennet den Fastnachtern übel mitspielen? Das war die Frage, welche die Veranstalter der Umzüge im Landkreis St. Wendel am frühen Rosenmontag beschäftigte. Erinnerungen an 2016 wurden wach. Vor drei Jahren mussten – mit Ausnahme des Umzugs in Überroth – alle närrischen Lindwürmer abgesagt werden. Ruzica hieß das Sturmtief, das damals zum Spielverderber wurde. Bennet erwies sich letztendlich als fastnachtsfreundlicher. Doch Kopfzerbrechen der Verantwortlichen war jeweils dem Happy End vorausgegangen.

Während am Vormittag beispielsweise in Marpingen, Freisen und Nonnweiler noch diskutiert wurde, ob die Umzüge wie geplant starten könnten, wurden die Folgen des Sturmtiefs Bennet für die Feuerwehren schon konkreter. Wie Dirk Schäfer, Brandinspekteur im Landkreis St. Wendel, berichtet, ging es um 9 Uhr los mit den Einsätzen.

„Mit Sturmböen von zum Teil mehr als 90 Kilometern pro Stunde fegte das Sturmtief über den Landkreis hinweg“, beschreibt Schäfer. Begleitet wurden die kräftigen Windböen von Regen, Hagel und einzelnen Gewittern. Als „den gravierendsten Zwischenfall“ ordnet der Brandinspekteur den Schaden an einer Windkraftanlage bei Hahnweiler (Rheinland-Pfalz) nahe der Freisener Höhe ein.

Dort schlug ein Blitz während eines Gewitters in ein mehr als 100 Meter hohes Windrad ein und zerstörte dabei eines der drei Rotorblätter. „Hierbei wurden Trümmerteile auch auf die nahegelegene A 62 geschleudert“, berichtet Schäfer. Glücklicherweise sei es dadurch nicht zu Unfällen gekommen. Polizei und Feuerwehr konnten die Gegenstände binnen kurzer Zeit von der Fahrbahn beseitigen. Anschließend haben Feuerwehrleute aus der Gemeinde Freisen und aus der Verbandsgemeinde Baumholder einen 500-Meter-Sicherheitsradius um die beschädigte Anlage gezogen. Die Betreiberfirma kümmere sich nun um den weiteren Ablauf.

Auch umgestürzte Bäume beschäftigten die Feuerwehrleute. „Zum Teil gab es mehrere Einsatzstellen in einem Orts- oder Stadtteil oder es waren gleichzeitig mehrere Bäume an gleicher Stelle umgestürzt“, fasst der Brandinspekteur zusammen. In Bierfeld, Urweiler, Hoof, Osterbrücken und in der St. Wendeler Innenstadt konnten Bäume der Wucht des Windes nicht mehr standhalten und fielen teils auf die Fahrbahnen.

Gleiches galt auch für die Landstraße zwischen Oberkirchen und Leitersweiler sowie die A 62 zwischen Freisen und Birkenfeld: Helfer mussten die Streckenabschnitte  von umgestürzten Bäumen befreien. Die A 62 musste währenddessen zeitweise voll gesperrt werden.

 Ein Baum stürzte am Morgen des Rosenmontags auf die August-Balthasar-Straße in St. Wendel. Die Feuerwehr musste ran. Wie auch an einigen anderen Stellen im Landkreis St. Wendel.
Ein Baum stürzte am Morgen des Rosenmontags auf die August-Balthasar-Straße in St. Wendel. Die Feuerwehr musste ran. Wie auch an einigen anderen Stellen im Landkreis St. Wendel. Foto: Dirk Schäfer
 Wegen Ziegel, die drohten herab zu stürzen, wurde die Feuerwehr  in Bliesen gerufen.
Wegen Ziegel, die drohten herab zu stürzen, wurde die Feuerwehr  in Bliesen gerufen. Foto: Dirk Schäfer
 Sturm, Hagel und Gewitter bestimmten teils das Wetter am Rosenmontag, wie hier auf dem Füsselberg. So war auf der L 133 binnen weniger Sekunden die Fahrbahn mit Hagel bedeckt und Schritttempo angesagt.
Sturm, Hagel und Gewitter bestimmten teils das Wetter am Rosenmontag, wie hier auf dem Füsselberg. So war auf der L 133 binnen weniger Sekunden die Fahrbahn mit Hagel bedeckt und Schritttempo angesagt. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos
 Das Rotorblatt einer Windkraftanlage nahe des rheinlandpfälzischen Hahnweilers knickte ab.
Das Rotorblatt einer Windkraftanlage nahe des rheinlandpfälzischen Hahnweilers knickte ab. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos

In Bliesen und Marpingen sicherten Feuerwehrleute gelöste Dachziegel auf Wohnhäusern, welche auf den Gehweg oder die Fahrbahn zu fallen drohten. „In weiten Teilen kam es durch die Einsätze zu Verkehrsbehinderungen“, merkt Schäfer an. Verletzt wurde niemand. Über die Höhe des entstandenen Schadens konnte Schäfer keine Angaben machen.