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| 19:13 Uhr

Adipositas-Spezialist aus St. Ingbert hilft übergewichtigen Patienten

Petra Schmidt (links) hat nach ihrer Magen-OP, die Dr. Jan Erik Slotta (rechts) durchführte, ein besseres Lebensgefühl. Dauerhaft ist die Gewichtsreduktion nur mit Disziplin zu erreichen. Motiviert ist die Patientin, denn so wie auf dem Foto will sie nie wieder aussehen.
Petra Schmidt (links) hat nach ihrer Magen-OP, die Dr. Jan Erik Slotta (rechts) durchführte, ein besseres Lebensgefühl. Dauerhaft ist die Gewichtsreduktion nur mit Disziplin zu erreichen. Motiviert ist die Patientin, denn so wie auf dem Foto will sie nie wieder aussehen. FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Fettleibige Menschen sind das Spezialgebiet von Dr. Jan Erik Slotta. Der Facharzt für Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus St. Ingbert konnte schon vielen Menschen im Kampf gegen das Übergewicht helfen. So auch Petra Schmidt. Cornelia Jung

Kennen Sie das? Die Hose zwickt und auf Bildern mag man sich gar nicht mehr anschauen, wenn man ein paar Kilos zugelegt hat. Überwindet man den inneren Schweinehund, passt seine Ernährung an und macht Sport, sollten bald überflüssige Kilos schwinden. Doch was ist, wenn man schon alles versucht hat und sich das Fett trotzdem unnatürlich vermehrt? Erlebt hat das Petra Schmidt. Die junge Frau brachte noch Anfang des Jahres 127 Kilogramm auf die Waage. Sie hat fast jede Diät probiert , mit jeder kam der Jo-Jo-Effekt und die Kilos wieder drauf. 37 Jahre ist sie alt und hat zwei operierte Hüften. "Ich konnte nicht mehr die Treppe vom Ober- ins Erdgeschoss laufen", so die Mutter von zwei Kindern. "Sie ist gescheitert und kam zu uns", sagt Dr. Jan Erik Slotta, Facharzt für Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus (KKH) St. Ingbert . Er behandelt die Patienten , die alles probiert haben, um abzunehmen und keinen Erfolg damit hatten, denn der Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Adipositas. Wie groß das Problem mit der Fettleibigkeit ist, zeigen die geschätzten jährlichen Kosten in Höhe von rund zwölf Milliarden Euro, die in Deutschland direkt durch Folgeerkrankungen der Adipositas auflaufen. Diabetes, Herz-Kreislauf- und Skelett-Erkrankungen sind nur einige davon. Nicht von ungefähr spricht man bei dieser Krankheit von einer der größten Epidemien des 21. Jahrhunderts. Adipositas sei die Folge des zunehmenden "westlichen Lebensstils", so Slotta, der dafür kämpft, dass sie als Krankheit wahrgenommen wird. Slotta will dies den Menschen ins Bewusstsein rufen und organisierte im Mai zum bundesweiten Adipositas-Aktionstages eine Infoveranstaltung im Foyer des KKH.

Petra Schmidt ist eine "Vorzeigepatientin", eine Betroffene, die sich von Slotta im Februar einen Schlauchmagen legen ließ. Sie kann seitdem zwar drei Mal am Tag essen, aber mit jeder Mahlzeit nur 200 Gramm zu sich nehmen. Keine Kunst, mag sich mancher denken, mit einer Operation schaffe ich das auch. Doch so einfach ist es nicht. Zuerst setzt eine multimodale Therapie (MMT) an, es wird am Verhalten, der Bewegung, Umstellung der Ernährung und der Motivation des Patienten gearbeitet. Diese muss mindestens ein halbes Jahr durchlaufen werden.

Zeigt sich auch bei nachweislicher Disziplin kein Abnahmeerfolg, wird bei der Krankenkasse um Kostenübernahme nachgefragt. Allein das war ein Kampf über viele Monate, wie Petra Schmidt erzählt. In dieser Zeit fühlte sie sich auch in der Selbsthilfegruppe, die sich jeden zweiten Dienstagabend im Monat in der Cafeteria des KKH trifft, gut aufgehoben und beraten. Leicht machen es sich die Ärzte mit einer OP nicht.

"Die Patienten müssen Vorarbeit leisten. Mit der MMT werden diejenigen rausgefischt, die keine OP brauchen. Wir wollen sie keinem Risiko aussetzen", sagt Dr. Jan Erik Slotta. Er spricht von einem Akt der Verzweiflung, wenn die Menschen so weit sind, dass sie ihn aufsuchen. Petra Schmidt hat den Weg beschritten und ist glücklich. Im Juni wog sie bereits 100 Kilogramm, 40 weniger sollen es noch werden. "Man achtet mehr auf sich. Ich strahle jetzt was ganz anders aus", erzählt sie über ihren Erfolg, der alles leichter mache.

Am heutigen Mittwoch lädt das Kreiskrankenhauses St. Ingbert Interessierte zu einem kostenlosen Vortrag ein. Dr. Jan Eric Slotta referiert um 18 Uhr im Casino zum Thema "Übergewicht - eine Krankheit?".