Ausstellung in St. Ingbert Erste Ausstellung im „Peter Gross Atrium“

St Ingbert · In der Schlackenbergstraße sind bis Oktober Werke von acht Bildenden Künstlern zu sehen.

 Bei der Ausstellungs-Eröffnung: (von links) Johannes Höller, Vera Loss, Peter Köcher, Luc Paulus, Marina Wittemann, Carmine Jako, Jasmin Neumann-Klingler (Marketing), Philipp Gross und Ros Klär.

Bei der Ausstellungs-Eröffnung: (von links) Johannes Höller, Vera Loss, Peter Köcher, Luc Paulus, Marina Wittemann, Carmine Jako, Jasmin Neumann-Klingler (Marketing), Philipp Gross und Ros Klär.

Foto: Brigitte Quack

Von 1992 bis 2007 war das „Kunstforum Leismann“ mit seinen breiten, lichtdurchfluteten Fluren ein beliebter, für Ausstellungen konzipierter Ort der Kunst. Auch danach, als es im Jahr 2008 zum „Baden-Badener Kunstforum“ wurde, behielt es seinen Stellenwert als Galerie für zeitgenössische Kunst aus der Großregion. Doch 2006 war Schluss, und ein weiterer Ort der Kunst ging verloren.

Es ist Ros Klär und ihrem Chef Philipp P. Gross, dem Geschäftsführer des Familienunternehmens Peter Gross, zu verdanken, dass diese kulturelle Tradition nun zu neuem Leben erwacht. Mit einem Paukenschlag, acht Ausstellenden und etwa 200 Besuchern öffnete das „Peter Gross Atrium“ am vergangenen Freitag seine Türen für Künstler und Kunstinteressierte. Die Ausstellung kann zwar nur an zwei Sonntagen im Monat besucht werden, aber immerhin gibt es wieder Kunst zu sehen in dem lichtdurchfluteten Bau, der sich seit vier Jahren im Besitz des Bauunternehmens befindet. Und schließlich können die dort arbeitenden Angestellten sie tagtäglich genießen. Gerne habe er die Leismann-Idee, Kunst im Büro zu zeigen, wieder aufgegriffen, erzählte Philipp Gross bei der Eröffnung. Als Kunstfreund kenne er ja den Wert und die Bedeutung künstlerischer Werke – nicht zuletzt auch als Quelle der Inspiration. Und Ros Klär, die selbst künstlerisch tätig ist und als Oberbauleiterin die Sanierung des Gebäudes betreute, war sogleich begeistert. Für beide wurde es zu einer Herzensangelegenheit, aus dem Gebäude in der Schlackenbergstraße 20 wieder einen Ort der Inspiration und des Dialogs sowie eine Bühne für Kunstschaffende zu machen. Mit im Boot ist nun neben Ros Klär und Jasmin Neumann-Klingler ein ganzes Team, das sich für die Auswahl der Künstler verantwortlich zeigt. Für die erste Ausstellung wurden acht bildende Künstler mit ganz unterschiedlichen Werken ausgewählt.

Zu sehen sind im unteren Flur die imposanten Werke von Vera Loos aus Saarbrücken, die den Menschen als kleines Wesen verloren in einer übermächtigen, in Form und Farbe reduzierten Naturumgebung zeigen. Ebenfalls aus Saarbrücken kommt die Kosmopolitin Anne-Marie Stöhr mit ihren gestisch abstrahierten Gemälden. In den Fluren oben geht es dann weiter mit der aus Russland stammenden Marina Wittemann. Ihre raumgreifende Objektkunst aus Recycling- und Baumaterialien ist sehr farbenfroh und offenbart eine riesige Kreativität und Experimentierfreude. Die Freude am Experimentieren war es auch, die den Bexbacher Architekten Peter Köcher dazu brachte, aus Konstruktionsplänen ästhetisch ansprechende Wandobjekte mit metallisch wirkenden Oberflächen zu kreieren. Im weiteren Verlauf der Ausstellung sind die beeindruckenden Großaufnahmen von Fundstücken am Strand des Fotografen Johannes Höller zu sehen. Des Weiteren zeigt die gebürtige Saarländerin Carmine Jako ausdrucksstarke, komplexe Collagen aus Altpapier und anderen Fundstücken rund um die Themen Weltraum, Himmelskörper und Götter. Und wir begegnen den farbintensiven, geometrischen Arbeiten von Luc Paulus aus Petite-Rosselle. Zu guter Letzt runden die zeichenhaften Werke von Retro23, alias Alex Hoffmann, mit ihrem Humor und ihren comichaften Verweisen diese Ausstellung zu einer gelungenen, vielgestaltigen Kunstpräsentation ab.

 Ein Werk von Marina Wittemann

Ein Werk von Marina Wittemann

Foto: Brigitte Quack
Ein Werk des Bexbacher Künstlers Peter Köcher

Ein Werk des Bexbacher Künstlers Peter Köcher

Foto: Brigitte Quack

Edition Nr. 1: „Peter Gross Atrium“ für Kunst und Kultur, Schlackenbergstraße 20. Geöffnet bis 6. Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat 13 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.gross-atrium.de

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