Zahlreiche Notrufe Wildschwein-Rotte in St. Ingbert-City attackiert Fußgänger (27) – Opfer muss in Klinik

St. Ingbert · Immer wieder wagen sich Wildschweine auch in Wohngebiete. Jetzt aber raste eine aufgebrachte Rotte mitten durch die belebte Innenstadt von St. Ingbert. Dabei habe ein Tier einen Fußgänger gebissen, meldet die Polizei.

 Wildschweinrotte marschiert durch St. Ingbert und attackiert Fußgänger. (Symbolbild)

Wildschweinrotte marschiert durch St. Ingbert und attackiert Fußgänger. (Symbolbild)

Foto: Lino Mirgeler

Gleich mehrere Notrufe hat die Polizei in St. Ingbert erhalten. Dabei wandten sich Menschen an die Helfer, weil Wildschweine durch die City streiften. Sie zogen quer durch die Stadt und sollen sogar einen Passanten verletzt haben. Davon bekamen die Beamten aber erst einige Stunden später mit. Das berichtet ein Sprecher der Dienststelle.

Wildschweine rennen quer durch die Innenstadt von St. Ingbert

Erste Meldungen dazu sollen am Samstag, 13. April, gegen 10.30 Uhr bei den Fahndern eingegangen sein. Da sollten sich die Tiere nahe eines Netto-Marktes aufhalten. Wenig später alarmierten Beobachter wegen der Rotte wieder die Polizei. Etliche Anrufe ereilten die Inspektion.

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Foto: Thorsten Kremers

So seien bis zu sechs Wildschweine sowohl durch Wohngebiete als auch durch die zu jener Zeit stark besuchte Innenstadt gestreift. Auch auf dem Marktplatz seien sie gesehen worden.

Polizei ruft Jäger zur Hilfe

Deswegen riefen die Ermittler einen Jäger zu Rate. Zwar hätte der nicht so ohne Weiteres mitten in St. Ingbert auf die Tiere zielen dürfen. Allerdings war seine Fachkenntnis im Umgang mit den Wildschweinen gefragt. Diese können, wenn sie in Panik geraten und sich angegriffen fühlen, durchaus zur Gefahr für den Menschen werden. Dann werden sie angriffslustig – wie sich später noch herausstellen sollte.

Als Polizisten und der herbeigerufene Jäger nach den Tieren in der Stadt suchten, waren diese aber schon wieder verschwunden. Wie ein Behördensprecher sagt, gehen die Beteiligten davon aus, dass der tierische Familienclan da bereits zurück in den Wald gekehrt war.

Am Abend meldet sich bei der Polizei ein verletzter Fußgänger

Zunächst sah es danach so aus, als sei die Sache erledigt. Doch am Abend meldete sich bei der Polizei noch ein Opfer. Dieses soll von einem der Wildschweine angegangen worden sein, worauf der Mann habe erst einmal ärztlich behandelt werden müssen.

Gegen 17.30 Uhr sei der 27-Jährige erschienen und habe den Vorfall gemeldet. Dabei sagte er aus, dass ihn ein Tier am Vormittag in den linken Oberschenkel gebissen habe. Darauf sei der Fußgänger zuerst einmal ins nahe Krankenhaus. Dort habe er aber nicht bleiben müssen, nachdem sich Mediziner um ihn gekümmert hatten. Frisch verarztet konnte er danach zurück an seinen Wohnort nach Frankreich.

Immer wieder gibt es Berichte von Wildschweinen in bewohntem Gebiet

Weitere ähnliche Zwischenfälle sind der Polizei in St. Ingbert in diesem Zusammenhang nicht bekannt. Das sagt ein Sprecher auf SZ-Anfrage.

Seit geraumer Zeit lassen sich aber landesweit immer wieder Wildschweine auch im bewohnten Gebiet blicken. Dabei durchwühlen sie Vorgärten und versetzen Anwohner in Angst und Schrecken, wenn unerwartet solch ein Tier auf einmal vor ihnen steht. Zuletzt waren Wildschweine in Nohfelden aus einem umzäunten Gelände ausgebrochen. Sie mussten erschossen werden

(hgn)
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