Die dritte Vorlesung der Kinder-Uni klärt, für wen der Klimawandel ungerecht ist.

Kinder-Uni : Der Klimawandel trifft die Kleinen

In der dritten Vorlesung der Kinder-Uni geht Susanne Mantel der Frage nach, warum die Folgen des Klimawandels ungerecht sind.

In einer Grundschule wurde über mehrere Jahre immer wieder der Schulhof verwüstet, die Spielgeräte, Tischtennisplatten und Mülleimer wurden zum Teil mit Absicht beschädigt oder sogar zerstört. Daher hat die Schulleitung beschlossen, dass alle Schüler aller Klassenstufen gemeinsam in der ersten Schulwoche die Geräte und Mülleimer wieder in Ordnung bringen müssen. Sie sollen die Spielgeräte streichen, Schrauben nachziehen und die Mülleimer wieder im Boden befestigen.

Was sich für manche vielleicht nach einer logischen Konsequenz des schlechten Benehmens anhört, ist aber ungerecht. Eine Strafe, die alle betrifft, die zu einer bestimmten Gruppe gehören, trifft automatisch auch Unschuldige. So müssten in dem ausgedachten Beispiel auch die Erstklässler, die ja erst ein paar Tage diese Schule besuchen, an den Aufräumarbeiten teilnehmen, owohl sie für die Zerstörungen nichts können. Und auch alle Schüler der anderen Klassenstufen, die die Spielgeräte und Mülleimer immer ordentlich behandelt haben, werden mitbestraft, weil ein paar Kinder alles kaputtgemacht haben.

Dass diese Strafe nicht gerecht ist, erkennt jeder und kann es auch Anderen erklären. Aber warum steckt auch im Klimawandel eine Ungerechtigkeit? Das erklärt euch die Philosophin Susanne Mantel in ihrer Vorlesung am 8. Januar. In der dritten Vorlesung des aktuellen Wintersemesters der Kinder-Uni wird sie dafür die Gründe nennen.

Zunächst spielt die globale Ungerechtigkeit eine Rolle, die aktuell sehr viele Wissenschaftler untersuchen. Den größten Anteil an Klimagasen produzieren die reichen Länder, die auch alle Vorteile daraus haben, wie etwa den Strom oder höheren Wohlstand und eine angenehmere Art des Lebens. Alle Nachteile des Klimawandels liegen bei den ärmeren Ländern, die viel weniger Klimagase produzieren. Diese Folgen des Klimawandels sind Dürren, aber auch Überschwemmungen, weil der Meeresspiegel steigt. Hiervon sind ganze Inseln betroffen, aber auch Länder wie Bangladesch oder auch die Küstenregion Polens. Vor allem in den ärmeren Regionen der Welt sind keine Schutzmechanismen vorhanden, so dass die Einwohner auf sich alleine gestellt mit den Dürren und Überschwemmungen zurechtkommen müssen.

Auch spielt die Generationengerechtigkeit eine Rolle. So haben die heute lebenden Kinder wenig bis gar nichts zu den Gasen, die den Klimawandel beschleunigen, beigetragen. Sie werden allerdings die Folgen erleben und mit ihnen klarkommen müssen.

Und schließlich werden heute Entscheidungen getroffen, die einen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Klimas haben werden. Diese Entscheidungen werden allerdings zu einem großen Teil von Menschen getroffen, die die Folgen des Klimawandels nicht mehr erleben werden.

Der dritte Punk, den die Philosophin genauer erklären will, ist die soziale Gerechtigkeit innerhalb unserer Gesellschaft. Die meisten Ideen zur Bekämpfung des Klimawandels, die bisher diskutiert wurden, würden bei der Umsetzung vor allem die Ärmeren unserer Gesellschaft treffen. Diese könnten sich einiges dann nicht mehr leisten, wohingegen die Reichen weiterleben könnten wie bisher.

Vor allem Menschen in ärmeren Ländern werden die Folgen des Klimawandels erleiden, auch wenn sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Foto: dpa/epa/dpa

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