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Saar-Arbeitslosigkeit steigt weiter an

Saarbrücken. Im Saarland wird Kurzarbeit zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit besonders stark genutzt. Darauf verweist Otto-Werner Schade, Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Im Saarland wird Kurzarbeit zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit besonders stark genutzt. Darauf verweist Otto-Werner Schade, Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Anlässlich der jüngsten Arbeitsmarktdaten für den Monat April erklärte Schade, er halte das Instrument der Kurzarbeit im Saarland für noch nicht ausgereizt und erwartet deshalb in den kommenden Wochen noch einmal eine Ausweitung. In den vergangenen vier Wochen haben insgesamt 500 Betriebe für rund 5400 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Darunter waren vor allem Zulieferbetriebe für die Autoindustrie, Maschinen- und Anlagenbauer, metallverarbeitende Betriebe, Logistikunternehmen, IT-Firmen, Baubunternehmen und Handwerksbetriebe aus dem Bereich der Bauausstattung. Zeitarbeitsfirmen nutzen dagegen wenig Kurzarbeit sondern entlassen ihre Mitarbeiter. So habe sich in dieser Branche die Zahl der Beschäftigten seit Herbst 2008 um 2500 oder fast ein Viertel auf 7900 reduziert.Insgesamt hatten im April 2009 an der Saar 40 800 Männer und Frauen keine Beschäftigung, das waren 600 mehr als im März. Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen - erhöhte sich von 7,9 Prozent im März auf acht Prozent im April. Damit stieg die Arbeitslosigkeit zum fünften Mal hintereinander an. Im Jahresvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen im Verlauf der vergangenen zwölf Monate um 2200 oder 5,6 Prozent gestiegen.Dabei vollzieht sich die Entwicklung im Saarland momentan unterschiedlich. In Regionen mit Fremdenverkehr sinkt sie, in Regionen mit vielen Industriebetrieben steigt sie an. Auffällig auch, dass die Baubranche zunehmend Personal beschäftigt. Hier zeigen offenbar die Konjunkturprogramme erste Auswirkungen, die zu mehr öffentlichen Investitionen in Bau-, und Sanierungsvorhaben führen. Die Zahl der Arbeitslosen in Bauberufen sank im April um 200 auf 3000. Dagegen wurden insbesondere in den Metall- und Elektroberufen 200 Arbeitslose mehr gemeldet. Generell geht die Bereitschaft zu Neueinstellungen in Folge der Wirtschaftskrise zurück. Das zeigt sich an offenen Stellen. Zwar meldeten die Betriebe im April 1600 freie Stellen, 100 mehr als im März. Im Vergleich zu April 2008 wurden aber 500 weniger gemeldet.