Krise erreicht Arbeitsmarkt im Saarland

Krise erreicht Arbeitsmarkt im Saarland

Saarbrücken/Nürnberg. Die Weltwirtschaftskrise hinterlässt jetzt tiefe Spuren auch auf dem saarländischen Arbeitsmarkt, der sich zuletzt noch vergleichsweise günstig entwickelt hatte. Zum ersten Mal seit fast 50 Jahren nahm hierzulande in einem März die Zahl der Arbeitslosen zu, wie die Regionaldirektion für Arbeit gestern mitteilte

Saarbrücken/Nürnberg. Die Weltwirtschaftskrise hinterlässt jetzt tiefe Spuren auch auf dem saarländischen Arbeitsmarkt, der sich zuletzt noch vergleichsweise günstig entwickelt hatte. Zum ersten Mal seit fast 50 Jahren nahm hierzulande in einem März die Zahl der Arbeitslosen zu, wie die Regionaldirektion für Arbeit gestern mitteilte. 40 200 Männer und Frauen suchten im zu Ende gegangenen Monat eine Beschäftigung, 900 mehr als im Februar. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,7 im Februar auf 7,9 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 7,8 Prozent gelegen. "Vor allem die Entwicklung der Kurzarbeit zeigt, wie rasch sich Auftrags- und Beschäftigungslage verändert haben", erklärte der Chef der Regionaldirektion, Otto-Werner Schade. In den drei ersten März-Wochen hätten 150 Betriebe für 6000 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Auch bundesweit wird die Jobkrise schärfer. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März 3,58 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit (8,6 Prozent), 34 000 mehr als im Februar und 78 000 mehr als vor einem Jahr. Damit sei die Arbeitslosigkeit zum Frühjahresbeginn im Bund erstmals seit 1928 gestiegen.

Nach Einschätzung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird sie in Deutschland in diesem Jahr sogar bis auf mehr als fünf Millionen zunehmen. Wegen des Einbruchs der Exporte geht die OECD von einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaft um 5,3 Prozent aus. Erst 2010 soll eine sehr schwache Erholung mit einem Wachstum um 0,2 Prozent einsetzen. Für die gesamte Eurozone rechnet die OECD im Jahr 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,1 Prozent. und Meinung dpa/red