Unerträgliche Hängepartie in der Diesel-Debatte

Kommentar : Unerträgliche Hängepartie

Erst Hamburg, dann Stuttgart, Aachen, Berlin – nun Mainz. Und Mainz dürfte nicht die letzte Stadt sein, die sich auf Diesel-Fahrverbote einstellen muss. Die Deutsche Umwelthilfe klagt gegen 34 Städte.

Immer mehr Diesel-Fahrer können ihr Auto in ihrer Stadt nur noch eingeschränkt nutzen. Die Umwelthilfe erhöht den Druck immer mehr – mit dem Ziel, die Autokonzerne zu einer umfassenden Nachrüstung der älteren Diesel zu bewegen und die Politik zum Handeln zu zwingen.

Moralisch sind die Autobauer – zuallererst VW – zweifellos in der Pflicht, den Besitzern betroffener Diesel mit einer Hardware-Nachrüstung Fahrverbote zu ersparen. Die Hersteller weigern sich aber beharrlich, vollständig für die Nachrüstung aufzukommen. Schließlich haben staatlichen Behörde das Überschreiten der Grenzwerte jahrelang geduldet. Der Politik fällt die Kumpanei mit den Autobossen nun auf die Füße. Jetzt muss damit Schluss sein und schnell eine Lösung für die Hardware-Nachrüstung aller bundesweit betroffenen Autos her. Das Gros der Kosten muss die Industrie tragen, der Steuerzahler wird aber wohl nicht um eine Beteiligung herumkommen. Eins muss aber klar sein. Die betuppten Autofahrer dürfen nicht die Dummen sein.