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Corona: Diese Schnelltests funktionieren am besten bei Omikron

PEI klärt auf : Omikron: Welche Corona-Schnelltests funktionieren, welche nicht?

Antigen-Schnelltests sind ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das Paul-Ehrlich-Institut hat nun aufgelistet, welche Schnelltests am besten geeignet sind, die Omikron-Variante nachzuweisen und welche nicht. Eine Übersicht.

Antigen-Schnelltests sollen schnell und günstig Gewissheit bringen, ob man sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Jeden Tag verlassen sich Millionen von Menschen darauf, dass das Ergebnis korrekt ist. Im Dezember veröffentlichte das für die Überwachung von Impfstoffen und Arzneimitteln zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Untersuchung von 245 in Deutschland zugelassenen Antigenschnelltests. Fast 20 Prozent der Tests haben die Evaluierung nicht bestanden. Insgesamt sind in Deutschland über 600 Schnelltests zugelassen, das PEI konnte also nur einen Teil der erhältlichen Tests überprüfen.

Doch warum erkennen einige Antigen-Schnelltests eine Corona-Infektion nicht?

Laut PEI sind Antigentests nicht für eine sichere Diagnose entwickelt worden. Vielmehr sollen sie Infizierte mit einer sehr hohen Viruslast ermitteln. Diese entwickelt sich am Anfang einer Infektion auch dann, wenn keine Symptome vorliegen. Wie auch bei der Omikron-Variante muss die Viruslast hoch genug sein, damit Schnelltests aussagekräftig sind. Des Weiteren dürfen keine Anwendungsfehler passieren, nur dann können sie ein verlässliches Ergebnis liefern. 

Jetzt wollte das PEI herausfinden, ob die bereits zugelassenen Tests auch bei niedrigen Viruslasten anschlagen. Einige reagierten bereits, als viel weniger Viren vorhanden waren. Bei diesen Tests spricht das PEI von einer hohen „Gesamt-Sensitivität“, sie übertreffen also die Mindestanforderungen. 

Diese Schnelltests weisen eine zu geringe Sensitivität auf

Grundlage der Untersuchung war ein gemeinsames Datenpanel, welches vom Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt wurde. „Als minimal akzeptierte Sensitivität wurde ein Wert von 75 Prozent festgelegt, bezogen auf einen Ct-Wert < 25“, informiert das PEI. Der Ct-Wert gibt an, wie viel Virusmenge im Sekret vorhanden ist. Dabei gilt: je geringer der Ct-Wert, desto höher die Viruslast. Der Grenzwert von 75 Prozent bei einem Ct-Wert von <25 wurde von 26 Tests nicht erreicht. 

Funktionieren Schnelltests auch bei Omikron?

Antigen-Schnelltests reagieren auf bestimmte Bestandteile des Coronavirus und weisen sie so nach. Verschiedene Corona-Tests können dabei auf unterschiedliche Virus-Bestandteile abzielen, manche sogar auf mehrere. 

Die meisten in Deutschland zugelassenen Tests weisen das sogenannte N-Protein nach. Laut PEI ist das auch der Grund, warum die meisten Tests bedenkenlos auch bei der Omikron-Variante funktionieren sollten. „Die Mutationen der Omikron-Variante betreffen aber primär das S-Protein“, schreibt das Institut auf seiner Webseite. 

Das Paul-Ehrlich-Institut geht davon aus, dass die meisten der in Deutschland angebotenen und positiv bewerteten Antigentests eine Omikron-Infektion nachweisen können.

Auf welche Proteine die Tests jeweils abzielen, kann in den öffentlichen Listen von BfArM und PEI überprüft werden. Wer mit Blick auf die Omikron-Variante auf der sicheren Seite sein möchte, kann vorerst Tests vermeiden, die auf das S-Protein abzielen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte nochmals eine genaue Prüfung an, wie empfindlich die Antigen-Tests bei einer Corona-Infektion tatsächlich sind. Er stellte in Aussicht, dass es in einigen Wochen eine positive Schnelltest-Liste geben werde.