Union und SPD wollen Kinderehen in Deutschland verhindern

Union und SPD wollen Kinderehen in Deutschland verhindern

Union und SPD wollen Kinderehen in Deutschland künftig verhindern. Entsprechende Beschlüsse setzten die Fraktionen auf die Tagesordnung ihrer Klausuren gestern und heute in Berlin . "Wir finden, 14-Jährige gehören in die Schule und nicht vor den Traualtar", sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU ) in Berlin . Die SPD-Fraktion kündigte an, im Vorwahljahr "mehr Eigenständigkeit" zeigen zu wollen. Auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann forderte, "dass Kinderehen in Deutschland nicht mehr zugelassen werden". Hintergrund ist, dass mit dem Zuzug von Flüchtlingen auch die Zahl der Paare in Deutschland steigt, bei denen ein Partner - fast immer Mädchen - jünger als 18 oder sogar jünger als 16 Jahre ist. In der Union ist von einer vierstelligen Zahl von Kinderehen in Deutschland die Rede. Die Anerkennung dieser Ehen ist bislang eine Einzelfallprüfung der jeweiligen Familiengerichte. Künftig solle dagegen "die Aufhebung von Auslandskinderehen der Grundsatz sein", heißt es in einem Unions-Papier.

Mit dem Thema soll sich ab Montag eine Arbeitsgruppe befassen, der Vertreter von drei Bundesministerien und vier Bundesländern angehören. Dabei sollen neben den Kinder- auch Mehrfachehen thematisiert werden, wie Justizminister Heiko Maas (SPD ) ankündigte.