Fernsehrichter will ins Schloss Bellevue einziehen

Fernsehrichter will ins Schloss Bellevue einziehen

Millionen kennen ihn aus dem Fernsehen. Und seine Fans vertrauten ihm, sagt TV-Richter Alexander Hold. Die Freien Wähler sehen nicht nur deshalb in ihm einen allseits wählbaren Kandidaten fürs Bundespräsidentenamt.

Er gibt sich bodenständig, konsequent und als ein Mann aus dem (Fernseh-)Volk. Rund eine Milliarde Mal pro Jahr würden seine Sendungen eingeschaltet, sagt Alexander Hold, der seit 15 Jahren als Fernsehrichter bei Sat.1 vor der Kamera steht. Schon seit Jahren ist er auch in der Politik aktiv - ehrenamtlich als Stadtrat in Kempten im Allgäu, seiner Heimatstadt. Nun will er nach Berlin. Ins Schloss Bellevue .

Während bei den großen Parteien die Gespräche über einen geeigneten Nachfolger für Bundespräsident Joachim Gauck offiziell noch gar nicht begonnen haben, präsentieren die Freien Wähler (FW) Hold schon als ihren Kandidaten für das höchste Staatsamt - zuletzt gestern in Dresden . Nur die AfD hat ebenfalls mit Albrecht Glaser schon einen Kandidaten benannt.

Zehn Wahlmänner und Frauen würden die Freien Wähler voraussichtlich in die Bundesversammlung entsenden, die im Februar den Bundespräsidenten wählt, sagt Steffen Große, FW-Landesvorsitzender in Sachsen. Dennoch sei Holds Kandidatur nicht aussichtslos, der 54-Jährige "ein hervorragender Kandidat und für alle wählbar".

Dass ihm seine TV-Popularität helfen kann, weiß der Jurist. "Mich kennen die Bürger als Zuschauer zum Großteil seit 15 Jahren, und zwar als jemand, der versucht, allen gerecht zu werden. Der aber am Ende auch klar entscheidet und der vor allem das, was er entscheidet, auch erklärt." Daran fehle es in der großen Politik. "Ich habe das Gefühl, dass wir gerade alle so ein bisschen das Vertrauen verlieren in unser Gemeinwesen, das Vertrauen in unsere große Politik, den Rechtsstaat, in die europäische Idee."

Vertrauen zurückzugewinnen sei sein "Oberthema", sagt Hold. Ins Rennen zu gehen, sieht er sportlich. "Ich fühl mich da so ein bisschen wie ein Spieler von Dynamo Dresden , den man angesichts eines Pokalspiels gegen Bayern München fragt: Warum machst Du denn das überhaupt?" Sollte er gewinnen, würde er das Fernsehen sausen lassen, sagt Hold - kommt dann aber ins Grübeln wegen eines ehemaligen US-Präsidenten, der mal Schauspieler war. "Aber die alten Filme mit Ronald Reagan , wurden die dann auch weiter wiederholt, als er Präsident war?"