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Saarland will Energie-Wende ohne Zwang

Saarland will Energie-Wende ohne Zwang

Saarbrücken. Das Saarland will bis zum Jahr 2010 ein Fünftel seines Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen und zugleich weitreichende Schritte zum Energiesparen unternehmen. Dabei soll auf Hausbesitzer und Industrie aber kein Druck, etwa zur Gebäudesanierung, ausgeübt werden

Saarbrücken. Das Saarland will bis zum Jahr 2010 ein Fünftel seines Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen und zugleich weitreichende Schritte zum Energiesparen unternehmen. Dabei soll auf Hausbesitzer und Industrie aber kein Druck, etwa zur Gebäudesanierung, ausgeübt werden. Vielmehr setzt die Landesregierung darauf, Bürger und Wirtschaft für die Energiewende durch Beratung und aktive Unterstützung zu gewinnen.Das ist ein Kernpunkt des Masterplans Energie, den die Landesregierung und die Vertreter der Koalitionsparteien CDU, FDP und Grüne gestern vorstellten. Dabei will man aber auch "den Industrie- und Kraftwerks-Standort nachhaltig stärken", wie Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: dapd) gestern betonte. Nach Ansicht von Saar-Ministerpräsident Peter Müller (CDU, Foto: rup) "ist der Plan ausgewogen und dokumentiert die Handlungsfähigkeit der Jamaika-Regierung". Die Umsetzung könne "nur mit der Bevölkerung gelingen".

Die öffentliche Hand soll mit gutem Beispiel vorangehen und die landeseigenen Gebäude vorbildlich sanieren. Außerdem will man eine Klimaschutz-Agentur etablieren, um den Einsatz erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz zu steigern. Darüber hinaus will die Landesregierung die Kommunen beim Aufbau einer dezentralen Energieversorgung unterstützen. Ferner fördert das Land die Erstellung von Solar-Katastern durch die Kreise. Mit ihrer Hilfe sollen die Bürger sehen, ob es sich lohnt, auf ihrem Haus eine Solaranlage zu errichten. Ein Netzwerk der Unternehmen soll darauf hinwirken, dass bei Produktionsprozessen Energie gespart werden kann. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für neue Photovoltaik-, Biomasse- oder Windanlagen will man mit einer Informationskampagne und Beteiligungsmodellen verbessern. ; Seite A 9: Bericht