Proteste: Lehrer kritisieren Zustand an Schulen im Saarland

Demonstrations-Aufruf : Saar-Lehrer sehen sich „am Ende ihrer Kräfte“

Problem-Schüler, große Klassen: Nach vielen Hilferufen gehen saarländische Lehrer jetzt auf die Straße.

Die Schulen im Saarland kommen nicht zur Ruhe. Mit deutlichen Worten hat der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV), der einen großen Teil der Pädagogen an Grund-, Förder- und Gemeinschaftsschulen vertritt, die nach seiner Ansicht „nicht mehr tragbaren Gegebenheiten an den Schulen“ beklagt.

SLLV-Landesvorsitzende Lisa Brausch rief für den Dienstag kommender Woche die Pädagogen zu einer landesweiten Protestaktion auf. Zu einer Demonstration vor der Saarbrücker Staatskanzlei um 16.30 Uhr erwartet der Verband dann nach eigenen Aussagen mindestens 400 Lehrer. Der Aufruf entspreche deren „vielfachem Wunsch“, so Brausch.

Lehrerverband: zu große Klassen, zu wenig Zeit

„Viele Lehrerinnen und Lehrer sind am Ende ihrer Kräfte“, erklärte der SLLV am Montag. Es gebe in saarländischen Schulen zu große Klassen, zu wenig Zeit für Beratung und auch Defizite bei der Ausstattung mit Medien. Und das vor dem Hintergrund der Inklusion, also des gemeinsamen Unterrichts von Behinderten und Nichtbehinderten.

„Insbesondere die immer größer werdende Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit Störungen im sozial-emotionalen Bereich stellt eine kaum zu bewältigende Herausforderung dar“, beklagte Brausch in dem Protest-Aufruf an die Lehrerschaft.

Mehrere Hilferufe aus saarländischen Schulen

In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrere Hilferufe von saarländischen Gemeinschaftsschulen für Aufsehen gesorgt. Insbesondere ein Brief der Saarbrücker Gemeinschaftsschule Bruchwiese an das Ministerium vom Juni vergangenen Jahres, den die SZ bekannt gemacht hatte, war von zahlreichen überregionalen Medien aufgegriffen worden. Darin beklagten die Lehrer wachsende Gewaltbereitschaft und verbale Entgleisungen bei Schülern und Eltern.

Zu der Demo vor der Saatskanzlei haben laut SLLV Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sowie Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) ihr Kommen zugesagt.