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Obama will in Europa verstärkt aufrüsten

Obama will in Europa verstärkt aufrüsten

In der Ukraine-Krise kommen die Rezepte des Kalten Krieges wieder auf den Tisch. Die Nato prüft militärische Antworten auf russisches Großmachtstreben. US-Präsident Obama will in Osteuropa aufrüsten.

Nach Russlands Annexion der zur Ukraine gehörenden Krim kehren die USA zur Politik der militärischen Abschreckung in Osteuropa zurück. US-Präsident Barack Obama kündigte gestern bei einem Polen-Besuch an, eine Milliarde Dollar (etwa 735 Millionen Euro) mobilisieren zu wollen, um befristet zusätzliche US-Truppen im einst kommunistischen Machtbereich Moskaus zu stationieren. Die Sicherheit der östlichen Nato-Partner sei "unantastbar", versicherte er in Warschau. Der US-Präsident ermahnte die europäischen Alliierten, angesichts der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim die Militärausgaben wieder hochzufahren. Entscheidungen über neue Verteidigungspläne und Stationierungen sollen aber erst beim Gipfel der 28 Nato-Verbündeten Anfang September in Wales fallen, wie Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gestern sagte. Deutschland, Polen und Dänemark verstärken allerdings bereits das Nato-Korps im polnischen Stettin, das für die Planung von Operationen und Übungen zuständig ist. Das gaben die Verteidigungsminister der drei Länder bekannt.

Leisere, auf Diplomatie setzende Töne im Umgang mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin kamen gestern von der EU. Sie richtet ab heute in Brüssel den Gipfel der führenden westlichen Industriestaaten (G7) aus. Er findet anstelle des vom Westen abgesagten G8-Gipfels statt, der unter Beteiligung Russlands in der Olympia-Stadt Sotschi geplant war. Wie EU-Diplomaten sagten, will die Gipfelrunde ein Signal an Moskau senden, bereit zur Entspannung zu sein. Prorussische Kämpfer und ukrainische Regierungstruppen lieferten sich derweil im Osten des Landes weiter verlustreiche Gefechte.