1. Nachrichten
  2. Politik

Öffentlicher Dienst: Fünf Prozent mehr

Öffentlicher Dienst: Fünf Prozent mehr

Berlin/Frankfurt. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund gehen mit einer Forderung im Gesamtvolumen von 5,0 Prozent mehr Geld in die bevorstehenden Verhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Forderungen für die Tarifrunde 2010 beschloss die Bundestarifkommission gestern in Berlin mit großer Mehrheit

Berlin/Frankfurt. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund gehen mit einer Forderung im Gesamtvolumen von 5,0 Prozent mehr Geld in die bevorstehenden Verhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Forderungen für die Tarifrunde 2010 beschloss die Bundestarifkommission gestern in Berlin mit großer Mehrheit. Im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen arbeiten etwa zwei Millionen Menschen. Die Verhandlungen beginnen am 13. Januar. Eine konkrete Forderung für eine lineare Einkommenssteigerung gibt es nicht. Vielmehr sollen neben einer linearen Gehaltsanhebung auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten, die Fortführung von Altersteilzeitmodellen und bessere Übernahmemöglichkeiten von Azubis umgerechnet einer Gehaltserhöhung von fünf Prozent entsprechen. Verdi und Beamtenbund streben eine Laufzeit des Tarifvertrages bis Ende 2010 an. Das Gesamtvolumen belaufe sich auf 4,57 Milliarden Euro. "Die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst ist - trotz steigender Belastung für die Beschäftigten - in den vergangenen zehn Jahren hinter der durchschnittlichen Entwicklung aller anderen Branchen zurückgeblieben", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Die kommunalen Arbeitgeber wiesen die Tarifforderung zurück. "Ich vermisse bei den Gewerkschaften Augenmaß. Wir befinden uns in der größten Finanz- und Wirtschaftskrise, die wir je erleben mussten", sagte der Präsident der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle. Angesichts der Rahmenbedingungen ließen sich die Forderungen nicht ohne Personalabbau und Einschränkung von Dienstleistungen finanzieren, warnte er. ddpMeinung

Krise, welche Krise?

Von SZ-RedakteurThomas Schäfer Rekordschulden, Kurzarbeit, 600 000 Menschen werden 2010 wohl ihren Arbeitsplatz verlieren. Ist das die Zeit für hohe Lohnforderungen? Zumal es keine Inflation gibt, die auszugleichen wäre? Die IG Metall, deren Mitglieder die Krise am härtesten trifft, hat das erkannt. Sie kündigte moderate Ansprüche an - die Sicherung von Stellen habe Priorität. Bei Verdi und dem Beamtenbund ist die Krise offenbar noch nicht angekommen, schließlich ist der öffentliche Dienst von Job-Verlust nicht unmittelbar bedroht. Hohe Forderungen belasten die Staatskassen, die nicht zuletzt unter den Maßnahmen ächzen, die zum Schutz von Arbeitsplätzen ergriffen wurden. Da wäre Zurückhaltung auch ein Zeichen der Solidarität mit denen, deren Jobs nicht so sicher sind.