Klimawandel: Bundesagrarministerin Klöckner will Wald-Nothilfeplan

Bundesagrarministerin : Klöckner will Klima-Nothilfen für den deutschen Wald

Trockenheit und Borkenkäfer verursachen große Schäden. Die Bundesagrarministerin ist alarmiert.

Die deutschen Wälder sollen nach massiven Schäden durch Dürre und Schädlinge besser für den Klimawandel gewappnet werden. Bundesagrarministerin Julia Klöckner strebt dazu ein übergreifendes Vorgehen für Nothilfen an. Es gehe nicht darum, Verluste einzelner Waldbesitzer auszugleichen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Im Sinne des Gemeinwohls und der Klimaschutzfunktion des Waldes müsse beschädigtes Holz rasch herauskommen und eine große Wiederaufforstung folgen. Konkrete Summen für staatliche Zuschüsse nannte sie allerdings vorerst nicht.

Im Wald zeige sich „eine Zäsur“, betonte Klöckner nach einem Treffen mit Vertretern von Waldbesitzern und Forstwirtschaft, Naturschutz- und Jagdverbänden, Holzverarbeitern und Kommunen. Bäume hätten jetzt schon gelbe Blätter, gestandene Buchen drohten zu vertrocknen. Nach Stürmen und zwei Jahren mit zu wenig Regen hätten Borkenkäfer leichtes Spiel. Rund 110 000 Hektar Wald seien verloren gegangen.

Bei der Wahl geeigneter Baumarten für eine Aufforstung könne man aber nicht pauschal vorgehen, dies müsse je nach Standort entschieden werden, sagte die Ministerin. In Baumschulen stünden rund eine Milliarde Pflanzen bereit, die zügig gesetzt werden könnten.

Mit Blick auf Forderungen nach staatlichen Hilfsprogrammen legte sich Klöckner noch nicht fest. Sie machte deutlich, dass aus Sicht des Bundes eine Größenordnung von rund einer halben Milliarde Euro über vier Jahre realistisch sein könnte. Beschlüsse werden bei einem „Waldgipfel“ von Bund und Ländern am 25. September angestrebt.

Der Leiter des bundeseigenen Thünen-Instituts für Waldökosysteme, Andreas Bolte, erklärte, der Klimawandel sei endgültig im Wald angekommen. Dabei sei die jetzige Lage „ein gewisser Warnschuss“: Die Wälder würden nicht sterben, sich aber deutlich verändern. Dabei sei eine aktive Wiederbewaldung sinnvoll – in Kombination aus den natürlich herabfallenden Samen der Bäume und zusätzlichen Arten, die sich auch in anderen Regionen als widerstandsfähig erwiesen hätten. Bolte nannte etwa Douglasien, Küstentannen oder ungarische Eichen.