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Hochschulräte fordern Reform der Bologna-Reform

Hochschulräte fordern Reform der Bologna-Reform

Saarbrücken. Die Studentenproteste der vergangenen Jahre gegen Auswüchse der Bachelor/Master-Studienreform erfahren eine späte Rechtfertigung. Die Vereinigung der deutschen Universitäts-Hochschulräte verabschiedete am Freitag bei einem Treffen an der Saar-Universität die "Saarbrücker Erklärung zur Hochschulautonomie"

Saarbrücken. Die Studentenproteste der vergangenen Jahre gegen Auswüchse der Bachelor/Master-Studienreform erfahren eine späte Rechtfertigung. Die Vereinigung der deutschen Universitäts-Hochschulräte verabschiedete am Freitag bei einem Treffen an der Saar-Universität die "Saarbrücker Erklärung zur Hochschulautonomie". Darin beklagen die Vorsitzenden von 14 Universitätsräten, die Bologna-Reform sei teilweise misslungen. Das habe unter anderem mit Überregulierungen und bürokratischen Hürden zu tun und mit der Tatsache, dass das Studium nun vielfach zu verschult sei. Es sei Aufgabe der Universitäten, diese Reform zu reformieren."Die Bologna-Reform ist weder gut noch schlecht, man kann sie nur schlecht machen", so der Vorsitzende des Saarbrücker Universitätsrates, Professor Ulrich Gäbler. Er war Gastgeber der Saarbrücker Tagung, an der unter anderem Vertreter der Hochschulräte der Unis Tübingen, Hannover und Gießen teilnahmen. Gäbler kritisiert, dass viele Unis in Deutschland die großen Freiheiten bisher nicht genutzt hätten, die ihnen die Hochschulautonomie bescherte. Für die bundesweiten Studentenproteste gegen die Bologna-Studienreform habe er Verständnis, und er erwarte, dass die Hochschulen künftig die "verpflichtenden Teile des Lehrprogramms reduzieren". Studenten bräuchten mehr Freiheiten, akademische Angebote ihrer Universitäten zu kombinieren, die Lehrpläne vieler deutscher Hochschulen seien überfrachtet. Das bringe nicht nur Studenten Stress, sondern bedeute auch auf dem Campus einen übermäßigen Aufwand, "bei dem man sich fragen muss, ob das in allen Fällen nötig ist". Die Bologna-Reform zu reformieren sei damit für die Universitäten auch kein finanzielles Problem. byl