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Studenten erörtern die Tücken des Bachelor-Systems

Studenten erörtern die Tücken des Bachelor-Systems

Bachelor und Master haben in Deutschland schrittweise Diplom und Magister als Studienabschlüsse verdrängt. Ein Hauptziel der sogenannten Bologna-Reform war, es für Studenten leichter zu machen, an Hochschulen im In- und Ausland zu wechseln oder Auslandssemester einlegen zu können, ohne im Studium zurückzufallen.

Inwieweit diese Vorgabe erfüllt wurde, ist seit langem Gegenstand hitziger Diskussionen. So auch in diesem Jahr bei der Tagung der Bundesfachschaften, die vom 31. März bis zum 2. April an der Universität des Saarlandes stattfindet. Eingeladen sind studentische Fachschaftsvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet.

Laut Kai Rochlus, Student der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der Saar-Uni und Organisator der Tagung, kommt es auch 18 Jahre nach der Bologna-Reform noch immer zu Problemen beim Hochschulwechsel, selbst wenn dieser innerhalb Deutschlands stattfindet. Auch sei es beispielsweise immer noch schwierig, mehrwöchige Auslandsaufenthalte mit dem Studium zu verbinden. Da in dieser Zeit dann häufig Prüfungen stattfinden, müssten Studenten oftmals ein gesamtes Semester wiederholen. Ein weiteres Problem sei der Übergang vom Bachelor in den Master, der ebenfalls nicht immer so einfach ablaufe, wie in der Bologna-Reform ursprünglich vorgesehen war.

Die Fachschaften der deutschen Universitäten helfen Studenten zwar direkt vor Ort, diese Hürden zu überwinden, sagt Rochlus, "wir versuchen aber auch generelle Lösungen zu finden, von denen alle Studenten profitieren". Daher sei der bundesdeutsche Austausch in Form von Tagungen besonders wichtig.

Laut Rochlus ist das Interesse der Studenten, sich politisch zu engagieren, allerdings in den vergangenen Jahren zurückgegangen. So habe man immer größere Probleme, studentische Vertreter für Fachschaftsgremien und andere hochschulpolitische Gruppen zu finden. "Meines Erachtens nach ist das auf die starke Verschulung der Hochschulen durch den Bologna-Prozess zurückzuführen", sagt Rochlus. Dieser führe oft dazu, dass sich Studenten nur noch damit beschäftigen, die engen Punktevorgaben zu erreichen, "um so möglichst schnell ein perfekter Arbeitnehmer zu werden", so der Studentenvertreter weiter. Für politisches Engagement fehle meistens die Zeit.