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Ophüls ohne New-York-Reihe und ohne Manfred Kirchheimer

Saarbrücken. Die New-York-Filme von Manfred Kirchheimers Studenten waren seit 1989 Teil des Ophüls-Programms. Das Festival stellt die Reihe nun ein, Kirchheimer bleibt trotz Einladung in New York. Tobias Kessler

Einen langjährigen Begleiter des Filmfestivals Max Ophüls Preis wird man beim kommenden 38. Jahrgang (23. bis 29. Januar) nicht in Saarbrücken sehen: Manfred Kirchheimer. Der 1931 in Saarbrücken geborene New Yorker Filmemacher und Dozent war 1989 Mitglied der Jury und hat seitdem die Reihe "New Yorker Kurzfilme" seiner Studenten der "School of Visual Arts" in Saarbrücken gezeigt. Doch diese Reihe ist nun eingestellt, Kirchheimer hat in einer Mail an Saarbrücker Freunde erklärt, er werde in diesem Jahr nicht anreisen. Die "Götter und die neue Festivalleitung" hätten entschieden, schreibt er in der englischen Mail, "dass mein Programm der New Yorker Filme nicht länger den Bedürfnissen des Festivals entspricht, und es deshalb eingestellt". Da das Festival ihm die Reise nach Saarbrücken nun nicht mehr finanziere, bleibe er fern, "obwohl ich Euch alle sehr vermissen werde".



Die neue Ophüls-Leiterin Svenja Böttger nennt das Kippen der New-York-Reihe "eine künstlerische Entscheidung, die der Neuausrichtung der Nebenreihen" (wir haben berichtet) geschuldet sei. Mit dem internationalen Koproduktionstreffen "MOP-Meetings" der Branchentage und mit einer neu geschaffenen Nebenreihe, die sich mit jungen Filmemachern europäischer Filmschulen beschäftigt, sei der Fokus auf die Nachbarländer gelegt - so wolle man Möglichkeiten bieten, europäische Koproduktionen voranzutreiben und über Fördermöglichkeiten zu informieren. Das Festival betont, dass sich die Absage auf die Filmreihe der New Yorker Studenten richtet und nicht auf den Besuch durch Kirchheimer. Der sei für dieses wie alle zukünftigen Festivalausgaben als Ehrengast eingeladen. Dass er die Einladung für dieses Jahr bisher abgelehnt hat, bedauert das Festival.