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Jan Fleischhauer, das Plakative und der Kreuzzug gegen links

Saarbrücken. Jan Fleischhauer, Missionar der Konservativen und "Spiegel"-Autor, zieht derzeit wieder durch die Lande (und die Talkshows), um dem aus seiner Perspektive links-grünen Mainstream den Spiegel des eigenen Unvermögens vorzuhalten. Am Dienstagabend war er zu Gast bei der Union Stiftung in Saarbrücken und stellte sein Buch "Der schwarze Kanal" vor

Saarbrücken. Jan Fleischhauer, Missionar der Konservativen und "Spiegel"-Autor, zieht derzeit wieder durch die Lande (und die Talkshows), um dem aus seiner Perspektive links-grünen Mainstream den Spiegel des eigenen Unvermögens vorzuhalten. Am Dienstagabend war er zu Gast bei der Union Stiftung in Saarbrücken und stellte sein Buch "Der schwarze Kanal" vor. Darin enthalten sind Kolumnen, die Fleischhauer auf "Spiegel online" veröffentlicht hat. Vielleicht lag darin die Krux des Abends, denn die verhaltene Reaktion der 140 Zuhörer im Saal sprach dafür, dass viele der Texte dem Publikum bereits geläufig waren und dass man vielmehr gekommen war, um den Mann, der das Linke und Alternative so vehement ablehnt, einmal live zu erleben. Doch der verhaspelte sich häufig, stockte und wirkte insgesamt weniger souverän als bei seinen diversen Talkshow-Auftritten.Was Fleischhauer als links ansieht und anprangert, ist zumeist die übertriebene "Political Correctness": Seine aufgeführten Beispiele sind plakativ und ziehen die Überkorrektheit der so genannten "Gutmenschen" ins Lächerliche: So lebten in Deutschland vermutlich wenige Inuit, die es als Kränkung empfänden, wenn wir weiterhin von Eskimos sprechen würden. Zumal der Begriff Eskimo nach neueren Erkenntnissen wohl noch nicht mal die möglicherweise beleidigende Bedeutung "Rohfleischesser" besäße. Oder: Fühlen sich transsexuelle Menschen tatsächlich diskriminiert, wenn es lediglich "die BäckermeisterInnen" heißt anstatt "die Bäckermeister_innen"? Der Plural mit "Innen" am Ende, so eine Vertreterin der Jung-Grünen, bezeichne ja nur eindeutig männliche und weibliche Personen, deswegen müsse der Unterstrich her und das kleine i. So zumindest erklärt das die Politikerin dem staunenden Fleischhauer in einem Video, das dieser zum Abschluss der Lesung als Höhepunkt links-ideologischer Fehlleistungen den lachenden Zuhörern präsentierte. Der Filmausschnitt entstammte Fleischhauers Film "Unter Linken", der ebenso wie die Kolumnen im Internet abrufbar ist - also nichts unbedingt Neues. sedi