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Sparda Bank Südwest wächst weiter
Sparda Bank Südwest wächst mit Baufinanzierungen

Sparda-Chef Hans-Jürgen Lüchtenborg
Sparda-Chef Hans-Jürgen Lüchtenborg FOTO: Sparda-Chef Hans-Jürgen Lüchtenborg
Mainz. Immer mehr jungen Menschen nutzen laut Vorstandschef Lüchtenborg die niedrigen Zinsen für ein eigenes Haus Von Thomas Sponticcia

.(ts) Der Vorstandsvorsitzende der Sparda Bank Südwest, Hans-Jürgen Lüchtenborg,  sieht den Trend, „dass jüngere Menschen derzeit eher dazu bereit sind, sich zu verschulden“. Besonders Personen zwischen 30  und 40 nähmen zum Teil sehr hohe Kredite in die Hand, so Lüchtenborg gestern in der Bilanz-Pressekonferenz. Hauptgrund seien die niedrigen Zinsen, die viele dazu bewegten, eine Baufinanzierung abzuschließen. Einen verstärkten Trend, das Girokonto über längere Zeit hinweg zu überziehen, sieht  Lüchtenborg dagegen nicht. In solchen Fällen seien die Bank-Mitarbeiter dazu angehalten, mit dem betreffenden Kunden Kontakt aufzunehmen und mit ihm über alternative Möglichkeiten zu reden, Schulden abzubauen.


Die Sparda Bank Südwest mit ihren 672 Mitarbeitern unterhält derzeit in Rheinland-Pfalz und im Saarland insgesamt 45 Filialen, davon acht mit speziellem Beratungsangebot, und 40 SB-Center.  Baufinanzierungen machen mit 691,3 Millionen Euro den Löwenanteil der Kreditvergaben aus, gefolgt von Privatkrediten in Höhe von 172,9 Millionen Euro. Insgesamt vergab die Sparda Bank Südwest, die ausschließlich im Privatkunden-Geschäft aktiv ist, im Geschäftsjahr 2017 Kredite im Gesamtwert von 1,1 Milliarden Euro. „Mit dem Geschäftsjahr 2017 sind wir sehr zufrieden“, betonte Lüchtenborg. „Wir planen keine Filialschließungen.“ Auch seien auf absehbare Zeit keine weitere Fusionen geplant.

Auch künftig werde ein gesunder Mix aus Filialen und Online-Aktivitäten erhalten bleiben. In der Kundschaft der 50- bis 65-Jährigen nutzten mittlerweile mehr Menschen die Möglichkeit des Online-Bankings als jüngere Kunden. Dank der technischen Möglichkeiten könnten künftig mehr Fachleute Beratungsgespräche mit einem Kunden per Bildschirm online führen, während dieser in seinem Wohnzimmer sitzt. Für sensible Themen wie etwa eine Immobilienfinanzierung werde jedoch auch weiter die Filiale der Hauptort bleiben, ist Lüchtenborg überzeugt. Sensible Vorgänge bespreche man besser dort.

Die mit einer Vier-Millionen-Euro-Investition realisierte neue Filiale in der Saarbrücker Bahnhofstraße wurde den Journalisten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland als die derzeit modernste Filiale präsentiert. Dort könne man auch in 3800 Schließfächern Geld, Gold, Münzen und andere Wertgegenstände einlagern.  An die 511 621 Mitglieder der genossenschaftlich organisierten Bank wird eine Dividende von drei Prozent ausgeschüttet. Die Bilanzsumme stieg von 9,4 auf 9,6 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen um 464,3 Millionen Euro auf 8,1 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss von 125 auf 128 Millionen Euro. Mit einem Eigenkapital von 481,4 Millionen Euro (plus 23 Millionen Euro) und einer Eigenkapitalquote von 16,73 Prozent würden alle gesetzlichen Anforderungen an das Eigenkapital mehr als erfüllt.