Weniger Künstler, frische Positionen

Weniger Künstler, frische Positionen

Neunkirchen. Mit Spannung war sie erwartet worden, nun liegt sie vor: Die Teilnehmerliste für die 10. Landeskunstausstellung. Am Freitag stellte sie der Kurator der Schau, Andreas Bayer, zusammen mit Kultusminister Ulrich Commerçon im Bürgerhaus in Neunkirchen vor. 75 Künstlerinnen und Künstler hat Bayer eingeladen - davon 25, die erstmals bei der Landeskunstschau vertreten sein werden

Neunkirchen. Mit Spannung war sie erwartet worden, nun liegt sie vor: Die Teilnehmerliste für die 10. Landeskunstausstellung. Am Freitag stellte sie der Kurator der Schau, Andreas Bayer, zusammen mit Kultusminister Ulrich Commerçon im Bürgerhaus in Neunkirchen vor. 75 Künstlerinnen und Künstler hat Bayer eingeladen - davon 25, die erstmals bei der Landeskunstschau vertreten sein werden. Noch mehr "frischer Wind" im Vergleich zur Schau 2008 also, mit dem der Kurator womöglich einige der (nicht eingeladenen) Etablierten der regionalen Kunstszene düpiert? Es habe erstaunlich wenig Kritik gegeben, sagt er und betont, dass die Schau eine "punktuelle Momentaufnahme mit hohen subjektiv-kuratorischen Anteilen" sei. Wer also einen repräsentativen Querschnitt durch die hiesigen Kunstszene erwartet, wird enttäuscht. "Ich wollte keine statistische Abfrage nach normativen Kriterien machen", sagt Bayer.

Die 43 Teilnehmer, die auch schon 2008 gezeigt wurden, stehen gewissermaßen für Kontinuität, sind "alte Bekannte", die Bayer nun in einen Dialog bringen will einerseits mit Werken historisch interessanter Künstler der Region, andererseits mit neuen Positionen, viele jenseits der klassischen Kunstgattungen Malerei, Fotografie, Bildhauerei.

Das ist nur konsequent, ist Andreas Bayer doch auch künstlerischer Leiter des KuBa-Kulturzentrums am Saarbrücker Eurobahnhof, einem Experimentierfeld für junge avantgardistische Kunst, sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter der Saar-Kunsthochschule. Auch deren Impulse - vor allem im Bereich der Medien-, Klang-, und Performance-Kunst - begründen seine Künstlerauswahl. Thematisch weitgehend offen will er Werke in "Konstellationen, die in sich funktionieren" in den einzelnen Ausstellungshäusern zusammenbringen und zum Teil mit Arbeiten früherer Künstlergenerationen in Beziehung setzen. Er gibt ein Beispiel: Im Museum Haus Ludwig in Saarlouis sollen figurative Gemälde von Bettina van Haaren oder Tom Schulhauser mit Frauengruppen des Friedrichsthaler Malers und Grafikers Otto Weil (1884-1929) in Dialog treten. Typisch für den Kunstformen- und Generationen-Mix dieser Schau ist auch die Künstlerliste für das Saarlandmuseum. Dort finden neben "gesetzten", auch überregional bekannten saarländischen Künstlern wie beispielsweise Francis Berrar oder Wolfgang Nestler, auch das junge "Zentrum für Kabelgebundene Kunst" oder der "Neue Saarbrücker Kunstverein" Platz. Letzterer wird eine Art Büro im Foyer des Museums installieren und Schifffahrten auf der Saar anbieten, bei denen über die Kunst an der Saar diskutiert werden kann, gibt Bayer einen ersten Hinweis. Im KuBa Kulturzentrum werden vor allem Medien- und Klangperformances zu erleben sein.

Mit aller Arten von Kunstaktionen, Workshops, Diskussionen und einem umfangreichen Rahmenprogramm an allen Standorten will der Kurator die Schau beleben - und möglichst viele junge Menschen ins Museum locken. Auch die Saarbrücker Zeitung ist involviert: Auf einer Sonderseite werden Schüler-Reporter aller Altersklassen über das große Kunst-Ereignis berichten. Selbstverständlich findet man die Landeskunstausstellung auch auf Facebook. "Wir haben schon über 100 'Likes'", freut sich Bayer. Die Mess-Latte für die Resonanz liegt hoch: 2008 kamen insgesamt rund 22 000 Besucher. esb

Foto: Iris Maurer

Auf einen Blick

Die "SaarArt 2013" findet vom 21. April bis 16. Juni an folgenden Ausstellungsorten statt: Saarlandmuseum Saarbrücken, Saarländisches Künstlerhaus, Stadtgalerie Saarbrücken, KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof, Museum Schloss Fellenberg in Merzig, Städtische Galerie Neunkirchen, Stadtmuseum St. Wendel, Museum Haus Ludwig in Saarlouis, Weltkulturerbe Völklinger Hütte. red