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Corona-Impfung hat Einfluss auf Menstruation: Was mit weiblichem Zyklus passiert

Studienergebnisse : Menstruation: Corona-Impfung hat Einfluss auf weiblichen Zyklus - welche Auswirkung das hat und was das bedeutet

Viele Frauen haben nach ihrer Corona-Impfung Unregelmäßigkeiten bei ihrer Menstruation oder ungewöhnlich starke Blutungen festgestellt. Jetzt haben neue Studien die Auswirkung bestätigt. Warum das Ergebnis ein Grund zur Beruhigung sein könnte.

Wenn der weibliche Zyklus plötzlich verrückt spielt, ist das ein Grund zur Sorge für viele Frauen. Vor allem Zwischenblutungen, eine zu spät einsetzende Periode oder im schlimmsten Fall gar keine Menstruation sind beunruhigend. Weltweit machten viele Frauen diese Erfahrung nach ihren Corona-Impfungen.

Meldungen über Zyklusstörungen auch beim deutschen Paul-Ehrlich-Institut

Auch im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom August 2021 tauchen Zyklusstörungen als Impf-Nebenwirkungen auf. In Internetforen und in den Medien sei vermehrt über Zyklusstörungen nach COVID-19-Impfung diskutiert worden, heißt es beim PEI. Dies habe das Paul-Ehrlich-Institut zum Anlass genommen, Meldungen über Zyklusstörungen in unterschiedlichem zeitlichen Zusammenhang nach Covid-19-Impfungen auszuwerten. Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden laut Bericht bis zum 31.07.2021 insgesamt 310 Einzelfallmeldungen von Zyklusstörungen gemeldet, davon 157 Fälle nach Comirnaty (Biontech), 25 Fälle nach Spikevax (Moderna), 127 Fälle nach Vaxzevria (AstraZeneca) und ein Fall nach der Impfung mit Janssen.

„Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen erscheint die Zahl der Meldungen nicht ungewöhnlich hoch zu sein, wenngleich davon auszugehen ist, dass viele, insbesondere vorübergehende Zyklusstörungen, nicht berichtet werden.“ 

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Zunächst kein Einfluss von Corona-Imfpung auf Menstruation erkennbar

Bisher gab es also keine wissenschaftliche Bestätigung für dass eine Corona-Impfung die Menstruation beeinflussen kann. Die Sorge der Frauen blieb. Das könnte sich jetzt ändern. Die Reproduktionsmedizinerin Victoria Male vom Imperial College London hat sich dafür unter anderem Studien aus den USA und Norwegen angesehen.

Corona-Impfung kann doch Einfluss auf weiblichen Zyklus haben

Das Ergebnis: Eine Corona-Impfung kann Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben. Die Schwankungen sind jedoch gering und vorübergehend. Zu diesem Schluss kommt ein Überblicksartikel in der Fachzeitschrift BMJ.

In der US-Studie wurde die Regel von tausenden Frauen sechs Zyklen lang mit einer Perioden-App namens “Natural Cycles” überwacht. 2400 der knapp 4000 Probandinnen waren geimpft, der Rest war ungeimpft. Die erste Dosis der Corona-Impfung hatte keinen Einfluss auf die Monatsblutung. Nach der zweiten Dosis kam die Regel im Schnitt einen halben Tag später.

Am stärksten war die Verzögerung bei den 358 Frauen, die beide Corona-Impfungen innerhalb desselben Zyklus bekamen - nach dem deutschen Impfschema unmöglich, während in den USA etwa der Biontech-Impfstoff bereits im Abstand von drei Wochen gespritzt wurde. Bei ihnen setzte die Blutung mehr als zwei Tage später ein. Innerhalb dieser Gruppe dauerte sie bei elf Prozent auch deutlich länger. Bei allen Frauen normalisierte sich das nach zwei Zyklen.

Wissenschaftler erklären Zyklusschwankungen so

Als Erklärung für die Zyklusschwankungen nennen die Wissenschaftler die starke Immunantwort, die mRNA-Impfstoffe hervorrufen können. Der Stressfaktor kann die Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse, die den weiblichen Zyklus reguliert, vorübergehend beeinflussen. „Unsere Ergebnisse für Personen, die zwei Dosen in einem einzigen Zyklus erhielten, unterstützen diese Hypothese“, heißt es in der US-Studie.

„Im Gegensatz dazu kann eine akute schwere Erkrankung, mit oder ohne Sepsis, wie Covid-19, die Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse katastrophal beeinträchtigen, manchmal sogar dauerhaft.“

Unregelmäßigkeiten in der Menstruation nach einer Corona-Impfung lösen sich schnell wieder auf

In der Studie aus Norwegen wurden 5688 Norwegerinnen gefragt, ob sie Veränderungen vor oder nach der Impfung bemerkt haben. 38 Prozent berichteten von Unregelmäßigkeiten vor der Impfung, 39 Prozent nach der ersten Dosis, 41 Prozent nach der zweiten Spritze. Die häufigste Veränderung, über die berichtet wurde, war eine stärkere Blutung.

„Die Ergebnisse beider Studien geben Sicherheit“, fasst Male zusammen: Veränderungen bei der Menstruation kommen nach der Impfung vor, aber sie sind gering im Vergleich zur natürlichen Schwankung und gehen schnell wieder weg.“ Dass das überhaupt ein Thema ist, liegt Male zufolge an der widerlegten Falschinformation, dass eine Corona-Impfung unfruchtbar machen soll.