Lilly Stoephasius ist die große Hoffnung der deutschen Skateboarder

Portait der Woche : Mit 12 Jahren auf dem Weg nach Olympia

Wenn Lilly auf ihrem Skateboard ganz schnell fährt, sieht es so aus als würde sie fliegen. Die Schülerin ist zwölf Jahre alt. Sie fährt mit ihrem Skateboard Wände entlang und macht Tricks in der Luft.

Mit einer Hand an der Kante auf dem Kopf stehen? Für Lilly kein Problem!

Das Mädchen trainiert bis zu vier Mal in der Woche in einer Skatehalle in Berlin. „Ich mag es, dass Skaten so eine kreative Sportart ist und dass jeder seinen eigenen Style haben kann“, sagt Lilly. „Jeder kann die Tricks machen, die er will. Es gibt keine Vorschriften, dass man bestimmte Tricks machen muss, um ein guter Skater zu sein.“ Skateboard fahren ist für Lilly mehr als nur ein Hobby. Deswegen hat sie auch gleich zwei Trainer. Normalerweise trainiert sie mit ihrem Vater, manchmal aber auch mit dem Skateboard-Bundestrainer, der die besten Skateboarder in Deutschland für Wettbewerbe trainiert.

Lilly ist in der Disziplin „Park“ die beste deutsche Skaterin. Im September wurde sie zum zweiten Mal deutsche Meisterin. „Park“ zu fahren heißt, in einer Landschaft aus Rampen, Schüsseln und halben Röhren Tricks zu zeigen. Das Besondere ist, dass Lilly mit zwölf Jahren schon zu den Besten in ihrer Disziplin gehört. Dass die meisten Konkurrenten bei Wettbewerben älter sind als sie, stört sie nicht. „In Deutschland ist es schon sehr gut, wenn überhaupt Frauen oder Mädchen mitmachen“, sagt Lilly. Dabei ist Skateboardfahren für Lilly kein Jungssport. „Mädchen können jeden Sport machen.“

Schon jetzt tritt Lilly mit ihrem Skateboard überall auf der Welt an. Für Wettbewerbe flog sie schon in die USA und nach Südamerika. Nächstes Jahr könnte Lilly sogar zu den Olympischen Spielen nach Japan reisen. Im Jahr 2020 gehört Skateboarden nämlich zum ersten Mal zu den olympischen Sportarten. „Das ist schon etwas sehr Großes für mich,“ sagt Lilly. Allerdings möchte sie sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Nächstes Jahr wird sie 13 Jahre alt und hat noch jede Menge Zeit zum Skateboardfahren.

(dpa)
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