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Mühsamer Abschied von Facebook

Mühsamer Abschied von Facebook

Die Anmeldung fällt leicht, der Abschied wird Nutzern schwer gemacht. Wer sein Konto in sozialen Netzwerken löschen möchte, trifft auf einige Hindernisse. Doch Bequemlichkeit könnte Datenverlust bedeuten.

In Zeiten, in denen jeder weiß, was der Nachbar gerade macht und was die Tante heute gegessen hat, wagen immer mehr Menschen den partiellen oder gar kompletten Rückzug aus den Sozialen Medien. Dies kann viele Gründe haben: Manche sind genervt vom Mitteilungsdrang der Menschen im Internet , andere wollen ihre vergangenen Online-Sünden vor potentiellen Arbeitgebern verbergen. Die Anmeldung bei Facebook , Instagram und Co. funktioniert innerhalb weniger Minuten, da kann das Löschen des Profils ja nicht viel länger dauern. Oder?

Das beliebteste Netzwerk weltweit ist immer noch Facebook . Hierzulande sind nach Angaben des Unternehmen 28 Millionen Menschen auf seiner Seite aktiv. Während für die Anmeldung eines Profils lediglich ein paar Daten auf der Startseite eingegeben werden müssen, ist das Löschen des Kontos wesentlich beschwerlicher.

In den Kontoeinstellungen findet sich bei Facebook unter dem Punkt "Sicherheit" lediglich die Möglichkeit der Deaktivierung: Das Profil ist dann inaktiv und für andere nicht mehr sichtbar, alle Daten bleiben jedoch erhalten und können jederzeit wieder aktiviert werden. Einen Menüpunkt zum endgültigen Löschen des Profils gibt es in den Kontoeinstellungen allerdings nicht.

Hierfür muss man zuerst auf einen kleinen Pfeil im oberen rechten Navigationsbereich, dann auf "Hilfe" und anschließend auf den Eintrag "Besuche den Hilfebereich" klicken. In diesem Hilfebereich wählt man "Verwaltung deines Kontos" und schließlich "Dein Konto löschen oder deaktivieren". Hier wird dem Nutzer nun unter dem Fragepunkt "Wie lösche ich mein Konto dauerhaft?" die Möglichkeit geboten, unter dem Link "teile es uns mit" das Facebook-Profil endgültig zu entfernen. Verglichen mit anderen Menüpunkten ein ziemlich umständlicher Weg: Wer sich aus einer Laune heraus abmelden möchte und nicht schnell fündig wird, wird wahrscheinlich nach wenigen Minuten genervt aufgeben und das Löschen des Profils auf unbestimmte Zeit verschieben.

Da die beliebte Foto-Plattform Instagram 2012 von Facebook übernommen wurde, liegt die Vermutung nahe, dass auch dieses Soziale Netzwerk das Löschen des Profils nicht so einfach macht. Tatsächlich gibt es auch in der Instagram App keinen direkten Menüpunkt, über den dies funktionieren würde. Es geht nur ähnlich mühsam wie bei Facebook : Auch bei Instagram gelangt man über den Menüpunkt "Optionen" auf den "Instagram-Hilfebereich" und wird von dort aus über "Verwalten deines Kontos" auf "Dein Konto löschen" auf die Möglichkeit des Deaktivierens und des endgültigen Löschens weiterverwiesen. Instagram will vorher allerdings den Grund wissen, warum das Konto gelöscht werden soll: Erst danach wird die Abmeldung vervollständigt.

Ein ebenfalls beliebtes soziales Netzwerk ist Twitter . Hier wird das Löschen in den Einstellungen direkt angeboten, verwirrt die Nutzer allerdings durch den Namen des Links. Über die Miniaturversion des eigenen Profilbildes im rechten oberen Navigationsbereich gelangt man über "Einstellungen" direkt auf die "Account"-Seite. Als letzter Punkt wird dort "Meinen Account deaktivieren" angezeigt: Bei Twitter verweist dies allerdings auf die endgültige Löschung des Profils. Das Netzwerk weist den Nutzer darauf hin, dass er nach Anklicken des Links 30 Tage Zeit hat, das Konto wieder zu reaktivieren. Nach dieser Frist wird das Konto automatisch komplett entfernt.

Besonders jüngere Nutzer kommunizieren im Internet häufig mittels der App Snapchat. Um ein Profil dort wieder zu löschen, reicht es nicht, die App vom Handy zu entfernen: Das Konto inklusive aller zugehörigen Daten besteht weiterhin. Zum Löschen muss die Webseite von Snapchat (www.snapchat.com ) aufgerufen werden. Im unteren Bereich der Startseite klickt man sich unter dem Punkt "Community" zum Link "Support" durch: Hier befindet sich der Hilfebereich der App. Dort muss im Suchfeld "Account löschen" eingebgeben werden. So wird der Nutzer auf eine Seite weitergeleitet, auf der erneut die Login-Daten benötigt werden. Nach einer zweiten Eingabe des Passwortes und einem Bestätigungs-Klick ist das Snapchat-Profil weg.

Die Beispiele der vier derzeit beliebtesten Social-Media- Plattformen zeigen: Keine macht es den Nutzern einfach, ihr Profil zu löschen. Sabine Petri von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät allen Nutzern dennoch, unbenutzte Konten zu entfernen: "Wenn die Plattform das Löschen derart erschwert, geben viele nach kurzer Zeit aus reiner Bequemlichkeit auf." Der Zugriff auf alle persönlichen Daten bleibe dann aber trotzdem möglich.

Aus Gründen des Datenschutzes sei es notwendig, alle Konten, seien es soziale Medien oder auch andere Webseiten, die mit Daten gefüttert wurden, endgültig zu löschen, sobald sie nicht weiter genutzt werden. Dies gilt laut Petri auch für Apps, da auch diese Zugriff auf Daten sowie verschiedene Berechtigungen zur deren Nutzung erhalten haben können.