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| 19:12 Uhr

Mikroben lassen Gletscher schmelzen

Bremen. Bakterien spielen beim Klimawandel möglicherweise eine größere Rolle als gedacht. Die Mikroorganismen sind zum Beispiel in der Lage, die Gletscherschmelze zu beschleunigen, erklären Forscher der Max-Planck-Gesellschaft. Nico Pointner

Bakterien sind mit wenigen Mikrometern (tausendstel Millimetern) Größe fürs menschliche Auge unsichtbar. Gleichwohl spielten die winzigen Einzeller auch beim Klimawandel eine große Rolle, berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie in Bremen . Bakterien beeinflussten zum Beispiel das Tempo, in dem Gletscher tauen. Die riesigen Eisflächen, die derzeit etwa zehn Prozent der Landmasse der Erde bedecken, sind wichtig fürs Klima. Einerseits speichern sie riesige Mengen Süßwasser, andererseits reflektierten sie viel Sonnenlicht.

Genau an dieser Stelle setzte die Untersuchung eines internationalen Wissenschaftlerteams an, dem die Bremer Forscher angehören. Denn an Stellen, an denen das Eis seine jungfräulich weiße Farbe verliert, vermindert sich sein Reflexionsvermögen und dadurch erwärmt sich seine Oberfläche. Diesen Effekt können Bakterien verstärken.

Bisher war nur wenig über die Rolle der Mikroorganismen auf einem Gletscher bekannt. Die Bremer Forscher untersuchten mit US-Kollegen die mikrobielle Gemeinschaft und ihre Aktivität auf sogenannten Kryokoniten in der Antarktis. Dieser Fachausdruck bezeichnet Staubteilchen, die vom Wind auf Gletscher verweht werden.

Sie heizen sich in der Sonne auf, lassen das Eis dadurch schmelzen und bilden kreisrunde Löcher. Auf diesen Krümeln sei eine vielfältige mikrobielle Gemeinschaft zu Hause, erklärt Marcel Kuypers vom Max-Planck-Institut. Die Forscher gehen davon aus, dass die Kryokoniten-Löcher Keimzellen biologischer Aktivität sind. Sie verringern die Reflexion von Sonnenlicht und der Gletscher schmilzt schneller.