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Uni Luxemburg: Kunstwerke sind keine gute Geldanlage

Luxemburg. In Zeiten, in denen das Ersparte keine Zinsen mehr abwirft, werden Ratschläge von "Experten" immer lauter, die alternative Anlagen empfehlen. "Kauft Kunst", lautet solch ein Rat. Doch das ist Unsinn, antwortet nun Forscher der Uni Luxemburg . Die Erträge einer Geldanlage in Kunstwerke würden erheblich überschätzt. Professor Roman Kräussl wertete mit Kollegen aus den Niederlanden und den USA den "Blouin Art Sales Index" aus, eine Auktionsdatenbank. Die Wissenschaftler kommen zum Ergebnis, dass die mögliche Rendite von Kunstwerken über- und das finanzielle Risiko unterschätzt werden. Das liege daran, dass vor allem Kunstwerke verkauft werden, bei denen die Besitzer davon ausgehen, dass ihr Preis gestiegen ist. Stark nachgefragte Gemälde tauchen damit öfter bei Auktionen auf. Und dieser Effekt verzerre die Preise. Nico Pointner

In Zeiten, in denen das Ersparte keine Zinsen mehr abwirft, werden Ratschläge von "Experten" immer lauter, die alternative Anlagen empfehlen. "Kauft Kunst", lautet solch ein Rat. Doch das ist Unsinn, antwortet nun Forscher der Uni Luxemburg . Die Erträge einer Geldanlage in Kunstwerke würden erheblich überschätzt. Professor Roman Kräussl wertete mit Kollegen aus den Niederlanden und den USA den "Blouin Art Sales Index" aus, eine Auktionsdatenbank. Die Wissenschaftler kommen zum Ergebnis, dass die mögliche Rendite von Kunstwerken über- und das finanzielle Risiko unterschätzt werden. Das liege daran, dass vor allem Kunstwerke verkauft werden, bei denen die Besitzer davon ausgehen, dass ihr Preis gestiegen ist. Stark nachgefragte Gemälde tauchen damit öfter bei Auktionen auf. Und dieser Effekt verzerre die Preise.


Der Kauf eines Kunstwerks zur Geldanlage lasse sich mit der Investition in eine einzelne Aktie vergleichen. Wer den Sachverstand oder schlicht Glück habe, könne damit einen Profit erzielen, andere jedoch nicht. Professor Roman Kräussl rät Kunstliebhabern: "Kurz gesagt sollten sie Gemälde nur kaufen, wenn sie ihnen gefallen - Gemälde sind in erster Linie ästhetische Anlagen und keine finanziellen."