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Elefantenrüsselfisch: Ein kleines Hirn bringt große Leistung

Der Elefantenrüsselfisch kann seine Umwelt außer mit den Augen auch mit einem elektrischen Sinn wahrnehmen. Foto: Moritz
Der Elefantenrüsselfisch kann seine Umwelt außer mit den Augen auch mit einem elektrischen Sinn wahrnehmen. Foto: Moritz FOTO: Moritz
Bonn. Gerade mal 25 Zentimeter groß wird der Elefantenrüsselfisch, der in den Flüssen Westafrikas lebt. Biologen blicken jedoch mit großem Respekt auf den Wasserbewohner. Vor allem die Leistung seines Gehirns ist verblüffend. Nico Pointner

Der Elefantenrüsselfisch, der seinen Namen durch seinen markanten Unterkieferfortsatz erhielt, ist schon auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Lebewesen. Doch auch bei genauerem Hinschauen sei der bis zu 25 Zentimeter lange Fisch für Überraschungen gut, berichtet die Uni Bonn . Der Elefantenrüsselfisch erkundet seine Umgebung nicht nur mit den Augen, sondern auch mit einem elektrischen Sinn. Und sein Gehirn kann diese völlig unterschiedlichen Sinneseindrücke kombinieren. Bei der Verarbeitung dieser Informationen vollbringe das winzige Organ des Fisches Leistungen, die denen eines großen Säugetieres nicht nachstehen, berichten Zoologen der Unis Bonn und Oxford.


Elektrischer Sensor

Der Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii) lebt in Westafrika und jagt in der Dämmerung Insektenlarven. Dabei hilft ihm ein elektrisches Organ im Schwanz. Sensoren der Haut nähmen das durch Gegenstände im Wasser veränderte elektrische Feld wahr, erklärt Professor Gerhard von der Emde von der Bonner Universität. Die Fische könnten dabei zwischen ihrem optischen und elektrischen Sinn hin- und herschalten. Bei Tests hätten die Tiere ein Objekt im Aquarium, das sie zuvor nur gesehen hatten, auch mit ihrem elektrischen Sinn wiedererkannt.



Die Fische erfassten ihre Umgebung am besten, wenn sie beide Sinne kombiniert einsetzten. Wenn im Nahbereich jedoch beide Sinne unterschiedliche Informationen liefern, vertrauten die Fische den elektrischen Informationen. Bei weiter entfernten Objekten nutzten sie dagegen vornehmlich ihre Augen. Ein solches Verhalten sei bisher nur von hochentwickelten Säugetierarten bekannt gewesen, berichtet von der Emde.