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Erste Hilfe fürs Smartphone

Auch wenn ein Smartphone mit gesprungenem Display nicht zwangsläufig kaputt sein muss, sollte man schnell handeln. Es besteht Verletzungsgefahr.
Auch wenn ein Smartphone mit gesprungenem Display nicht zwangsläufig kaputt sein muss, sollte man schnell handeln. Es besteht Verletzungsgefahr. FOTO: Warnecke/dpa
Düsseldorf. Was tun, wenn das Smartphone in der Pfütze landet oder wenn es gar gestohlen wurde? Viele verfallen in Panik. Mit einem kühlen Kopf und dem richtigen Wissen lässt sich meist noch das Schlimmste verhindern. dpa-Mitarbeiter Tobias Wienke

Wenn das Smartphone ins Wasser gefallen ist, zähle Schnelligkeit, sagt Rainer Beckmann, der ein Reparatur-Café in Düsseldorf betreibt. "Das Handy sollte sofort ausschaltet werden, wenn es noch an ist. Als Nächstes muss man alle losen Teile wie Sim- oder SD-Karte und den Akku entfernen", rät er. Dann werde sichtbares Wasser abgetupft und das Smartphone für 24 bis 48 Stunden in einen Beutel Reis gelegt. Reis entziehe die restliche Feuchtigkeit. Mit etwas Glück funktioniere das Smartphone danach wieder.


Ist das Display des Smartphones leicht zerkratzt, können spezielle Polituren helfen. Auch ein gesprungenes Display kann noch funktionieren. Markus Merkle von handysektor.de warnt aber davor, es über einen längeren Zeitraum weiter zu verwenden. "Einerseits können durch die Risse Schmutzpartikel und Feuchtigkeit ins Telefon eindringen, andererseits besteht Verletzungsgefahr für den Benutzer." Erste Hilfe für das Display kann hier auch nachträglich eine Schutzfolie als "Pflaster" sein. So schnell wie möglich sollte allerdings ein Austausch des Displays stattfinden.

Ist das Handy "eingefroren" und reagiert nicht mehr, könnte es helfen, den Akku zu entnehmen und wieder einzusetzen. Funktioniert das nicht, hilft vielleicht ein sogenannter "Hard Reset". Dazu werden bei Androidgeräten meist der Knopf für die Displaysperre und eine der beiden Lautstärketasten zusammen gedrückt. Bei iPhones müssen gleichzeitig die Home- und die Sperrtaste gedrückt gehalten werden. Im Zweifel wartet man, bis der Akku sich selbst geleert hat. Manchmal wirkt auch ein Anruf auf dem streikenden Telefon Wunder.

iPhones werden gelöscht, wenn man zu oft den falschen Code eingibt. Dann lassen sie sich per iCloud, iTunes oder den Wartungszustand entsperren und wiederherstellen. Ohne Datensicherung sind dann allerdings alle Daten futsch. Genaue Anleitung zum Wiederherstellen gesperrter Telefone gibt Apple auf seiner Webseite. Androidbesitzer können ab Version 5.0 Googles Android-Geräte-Manager auf der Google-Webseite nutzen, um die Passwortsperre zurückzusetzen. Eine Einschränkung gibt es aber: Der Geräte-Manager muss auf dem Smartphone aktiviert sein, bevor man den Code vergisst.

Wurde das Handy gestohlen, helfen die Apps "iPhone-Suche" für iOS und der Android-Geräte-Manager. Sie erlauben das Aufspüren und Löschen des Telefons aus der Ferne, erklärt Rainer Beckmann. Das Telefon sollte sofort nach Bemerken des Diebstahls beim Netzbetreiber gesperrt werden. Für die Anzeige bei der Polizei braucht man die sogenannte Imei-Nummer des Gerätes. Sie befindet sich auf der Rechnung und der Verpackung des Telefons oder wird nach Eingabe von *#06# angezeigt.