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Autogenes Training kann Glaukom-Patienten helfen

München. Patienten, die an zu hohem Augeninnendruck leiden, können von einer Entspannungstherapie profitieren, erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Sie müsse aber unter ärztlicher Kontrolle stehen. Nico Pointner

Entspannungsübungen können Patienten helfen, die am sogenannten Grünen Star leiden, berichtet die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Bei dieser Krankheit, die medizinisch korrekt als Glaukom bezeichnet wird, werden Nervenzellen der lichtempfindlichen Netzhaut und des Sehnervs geschädigt. Oft ist bei den Patienten der Augeninnendruck erhöht.



Studien zeigten, so die DOG, dass Autogenes Training, Hypnose und auch eine Musiktherapie den Augeninnendruck vermindern, die Durchblutung des Sehnervs verbessern und so die Krankheit bremsen könnten. Die Entspannungsübungen seien eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz einer ärztlichen Therapie. Über zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden am Grünen Star. Die Krankheit kann zur Erblindung führen.

Bei ihrer Entwicklung spielen mehrere Faktoren eine Rolle. "Ähnlich wie bei Bluthochdruck kann Stress zum erhöhten Augeninnendruck und Glaukom beitragen", erklärt DOG-Sprecher Professor Norbert Pfeiffer, der die Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz leitet. Statistisch reagierten zwei Drittel aller Glaukom-Patienten empfindlicher auf Stress als gesunde Menschen. Schon kurzfristig erhöhte Stresslevel könnten bei ihnen den Augeninnendruck in die Höhe treiben. Wenn dann die Krankheit fortschreite, sorge das für zusätzlichen Stress.

Autogenes Training könne den Augeninnendruck von Glaukompatienten um einige Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) reduzieren, Hypnose habe eine noch stärkere Wirkung. "Die Methoden sind allerdings nicht für alle Patienten geeignet", erklärt Norbert Pfeiffer. Eine Alternative böte auch eine Musiktherapie, zeige ein Programm Marburger Augenärzte.