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Die Macht der Zombie-Rechner

Saarbrücken. Einfache Sicherheitsvorkehrungen helfen, den Computer vor Viren und Trojanern zu schützen. Dennoch ist die Zahl der infizierten Rechner im vergangenen Jahr auf 40 Prozent gestiegen. Sarah Konrad

Hacker sind in der Bundesrepublik auf dem Vormarsch. Doch die Kriminellen haben es längst nicht mehr nur auf Computer abgesehen. Immer öfter versuchen sie, Sicherheitslücken in Smartphone-Apps auszunutzen. Die US-amerikanische Sicherheitsfirma Fire Eye überprüfte sieben Millionen beliebte Apps für Android- und Apple-Geräte mit jeweils mehr als 50 000 Downloads. Dabei erwiesen sich 31 Prozent der getesteten Apps als angreifbar. 18 Prozent dieser Anwendungen verwalten persönliche Daten ihrer Nutzer wie Finanzdaten, Gesprächsverläufe oder Daten zum Kaufverhalten. Bei der Studie stellte sich auch heraus, dass sich die Anzahl der Android-Apps, die für Datendiebstahl entwickelt wurden, innerhalb eines Jahres verfünffacht hat. Hackern gelingt es zudem immer häufiger, Apples Prüfungsprozess zur Freigabe von Apps zu überlisten. Fire Eye fand bei über 1400 iOS-Anwendungen Sicherheitslücken.

Dass Hacker immer neue Wege finden, schädliche Programme in die App Stores einzuschleusen, weiß auch Stefan Nürnberger. Er ist Wissenschaftler am Kompetenzzentrum für IT-Sicherehit CISPA in Saarbrücken und rät Smartphone-Besitzern vor allem eines: sich vor dem Herunterladen die Berechtigung der Anwendung durchzulesen. "Stutzig werden sollte man wenn eine Taschenlampen-App Zugriff auf das Adressbruch, den Standort oder SMS haben will", so Nürnberger. Von Programmen, die sich zu viele Zugriffsrechte einräumen, sollten Nutzer die Finger lassen.