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Von skurril bis nützlich

Die Firma Emporia präsentiert auf dem Mobile World Congress ein Smartphone für Senioren mit extra großen Tasten. Foto: Emporia
Die Firma Emporia präsentiert auf dem Mobile World Congress ein Smartphone für Senioren mit extra großen Tasten. Foto: Emporia FOTO: Emporia
Barcelona. Beim Mobile World Congress in Barcelona stehen meist die Geräte der großen Hersteller im Rampenlicht. Daneben gibt es aber auch jede Menge zum Teil skurriler Spielereien zu sehen. dpa-Mitarbeiterin Jessica Binsch

Unsere Smartphones sind längst nicht mehr die einzigen Geräte mit Internet-Zugang. Auch Zahnbürsten, Armbänder und Glühbirnen funken ins Netz. Zu Beginn der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona stellten viele Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen vor. Während einige verspielt und manche nützlich sind, könnten andere düstere Vorstellungen von Allzeit-Überwachung auslösen.

Tasten für alte Finger: Die Firma Emporia stellt ein Smartphone für Menschen her, die sich mit Mobiltelefonen traditionell schwer tun: Senioren im Alter über 65. Das Gerät hat eine extra große Tastatur und läuft mit einer vereinfachten Version des Betriebssystems Android. Bestimmte Apps sind vorinstalliert, etwa Whats-app für Nachrichten. Ab Ende März soll das Smartphone zu haben sein. "Bei den über 65-Jährigen haben 73 Prozent kein Smartphone, das ist ein großer Markt", sagt Karin Schaumberger von dem österreichischen Hersteller.

Kamera als Anhänger: Die Kamera von Acumulus9 wird wie ein Anhänger an einer Kette getragen und nimmt automatisch Fotos und Videos der Umgebung auf. 15 Sensoren messen, wann das Licht vorteilhaft ist und ob sich Personen vor dem Objektiv bewegen. Im sogenannten Livelogging-Modus wird automatisch alle paar Minuten ein Bild geknipst. "Zu Anfang werden wir uns an Eltern richten, die Fotos ihrer Kinder machen wollen," sagte Acumulus9-Chef Harold Liang. Die Daten der QindredCam werden auf die Rechner des Herstellers hochgeladen. Eine Verschlüsselung sei geplant, in den Testgeräten aber noch nicht vorhanden, erklärte Liang. In Deutschland würde eine Kamera, die automatisch Fotos, Videos und Tonaufnahmen der umstehenden Menschen macht, vermutlich an rechtliche Grenzen stoßen.

Zahnbürste mit App: Sensorgesteuerte Zahnbürsten gibt es bereits einige. Oral-B will seine Zahnbürste mit App nun noch stärker auf das Gebiss des Einzelnen einstimmen. Mit elektrischer Zahnbürste und Smartphone können Nutzer sich beim Zähneputzen beaufsichtigen lassen. In der App werden aber auch Wettervorhersage und Nachrichten eingeblendet, damit es morgens im Badezimmer nicht langweilig wird. Am Ende einer Zahnputzaktion gibt es zur Belohnung Sternchen in Form von Smileys, die Nutzer auf Facebook posten können.

Den Kindern auf der Spur: "Amigo", Freund, heißt das Armband verspielt. Dieser Freund soll immer dabei sein, so stellt es sich Itai Spier vom Hersteller B-On Limited vor. Zielgruppe sind Eltern, die ihre Kinder mit den GPS-Armbändern ausstatten wollen. Will ein Kind mit dem Armband einen vorher festgelegten Bereich verlassen, wissen die Eltern sofort Bescheid. "Wir bekommen eine Mitteilung, dass das Kind die sichere Zone verlassen hat", sagte Spier. Weil das Armband auch Schrittsensoren eingebaut hat, können Eltern sogar sehen, ob ihr Sprössling über den Fußballplatz rennt oder in der Sonne sitzt.

Glühbirne mit WLAN: Die Glühbirne von Sengled verbreitet nicht nur Licht, sondern auch Internet. Die Lampe fungiert als WLAN-Regenerator, der das Signal des Routers in den Raum weitergibt. Andere Birnen der Firma haben eingebaute Lautsprecher , die über Bluetooth Musik abspielen können. Eine WLAN-Birne gibt es ab 50 Euro, die Doppelpackung der Lautsprecher kostet 120 Euro.