Europa League: Eintracht Frankfurt Rückspiel Benfica Lissabon

Europa League : Die Eintracht braucht das perfekte Spiel

Frankfurt will im Viertelfinale der Europa League das 2:4 gegen Benfica Lissabon aus dem Hinspiel noch aufholen.

Es soll ein magischer Fußball-Abend werden. 39 Jahre nach dem Triumph im Uefa-Cup will DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt erstmals wieder das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbes erreichen. „Von einem so außergewöhnlichen Spiel haben wir immer geträumt. Wir werden Benfica einen Hexenkessel bereiten“, sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen den portugiesischen Rekordmeister aus Lissabon.

Die ganze Stadt fiebert der Partie an diesem Donnerstag (21 Uhr/RTL und DAZN) entgegen, 48 000 Zuschauer wollen ihre Mannschaft zum Sieg brüllen. „In solch einem Spiel brauchst du große Emotionen. Wir werden sicher von unseren Fans getragen werden“, sagte Trainer Adi Hütter. Und Defensivspieler Gelson Fernandes ergänzte: „Dieses Stadion begeistert ganz Europa. Wir wollen die Kraft und die positive Energie von den Rängen mitnehmen.“

Das wird auch nötig sein, denn nach dem 2:4 im Hinspiel befinden sich die Hessen in der Verfolgerrolle. Doch das hat den Ehrgeiz des letzten deutschen Teilnehmers nur zusätzlich angestachelt. „Natürlich macht es uns stolz, als einzige deutsche Mannschaft noch in Europa vertreten zu sein. Jeder schaut jetzt auf Frankfurt“, sagte Nationaltorwart Kevin Trapp: „Wir haben die Qualität, es zu schaffen.“

Ein 2:0 oder 3:1 muss mindestens her – zur Not auch noch ein 4:2, was Verlängerung und möglicherweise Elfmeterschießen bedeuten würde. Zweifel daran, dass dies gegen den Tabellenführer aus Portugal um Jahrhunderttalent João Félix gelingt, lassen die Frankfurter nicht aufkommen. „Die Kampfeslust ist geweckt. Wir wollen das mit den Fans im Rücken umbiegen. Wir sind immer in der Lage, zwei Tore zu schießen“, sagte Sebastian Rode.

Zusätzlich befeuert werden die Frankfurter Hoffnungen durch eine wichtige Personalie. Abwehrspieler Martin Hinteregger, der sich am vergangenen Sonntag in der Bundesligapartie gegen den FC Augsburg eine Oberschenkelblessur zugezogen hatte, meldete sich vor dem Abschlusstraining fit. Ob der 25 Jahre alte Österreicher von Beginn an spielt, soll sich wenige Stunden vor dem Anpfiff entscheiden. „Ich werde kein zu hohes Risiko eingehen“, sagte Trainer Hütter.

Unabhängig vom Personal weiß er: „Wir brauchen ein perfektes Spiel.“ Denn Benfica hat seine Stärken im Umschaltspiel – und mit dem erst 19 Jahre alten João Félix einen „absoluten Schlüsselspieler, der alles kann“, so Hütter. Es werde darauf ankommen, den Dreifach-Torschützen aus dem Hinspiel zu neutralisieren. „Er ist der Kopf dieser Mannschaft“, sagte der Eintracht-Trainer. Von seiner Mannschaft erwartet er, dass sie „mit Freude und Spaß in das Spiel geht“. Schließlich soll der Traum vom Finale in Baku noch nicht enden. Erst drei Mal standen die Hessen im Halbfinale eines europäischen Wettbewerbes – zuletzt 1980 im Uefa-Pokal auf dem Weg zum bislang einzigen Triumph.

Auch der Portugiese Goncalo Pacienca, der mit seinem späten Tor zum 2:4 im Hinspiel die Eintracht-Hoffnungen auf das Weiterkommen am Leben hielt, weiß um die historische Bedeutung der Partie für den 120 Jahre alten Verein: „Sollten wir das tatsächlich schaffen, würde Frankfurt Kopf stehen“, sagte der lange verletzte Stürmer: „Wir werden beweisen, dass wir Leidenschaft und Charakter haben.“

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