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Europa League: VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt vor Geisterspiel

Wolfsburg steht zuhause vor „Geisterspiel“ : Frankfurt muss jetzt doch die Fans aussperren

Die Eintracht und der VfL Wolfsburg stehen in der Europa League vor „Geister-Heimspielen“. Nur in Glasgow wird vor Publikum gespielt.

Das deutsche Europa-League-Trio steckt an diesem Donnerstag erstmals voll in der Coronakrise. Der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt stehen dabei vor den ersten „Geister-Heimspielen“ deutscher Clubs in der 65-jährigen Geschichte des Europapokals.

Bei den Hessen währte die Vorfreude auf ein letztes normales Fußballspiel vor vollen Rängen dabei am Mittwoch nur wenige Stunden. Nach einer Neubewertung der Lage verfügte das Gesundheitsamt der Mainmetropole am Mittwochabend wegen der Ausbreitung des Virus doch noch einen Zuschauerausschluss für das Achtelfinal-Hinspiel der Hessen gegen den FC Basel an diesem Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN). „Wir bedauern das sehr, aber wir haben auch stets betont, dass wir jede behördliche Anordnung aufgrund veränderter Voraussetzungen akzeptieren, da die Gesundheit unserer Fans und Besucher absolute Priorität hat“, kommentierte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann die revidierte Entscheidung.

Am Mittwochmorgen hatte die Behörde noch grünes Licht für eine Austragung der Partie vor einer stimmungsvollen Kulisse gegeben und damit nicht nur bei Eintracht-Trainer Adi Hütter große Vorfreude geweckt. „Schön, dass wir das noch einmal genießen dürfen“, sagte der Österreicher. Vier Stunden später war es damit vorbei. Immerhin kann die Eintracht personell aus dem Vollen schöpfen.

Der VfL Wolfsburg hat angesichts steigender Zahlen bei Infizierten und Toten Verständnis für die Entscheidung der lokalen Behörden. „In dieser Situation ist es richtig, so zu reagieren. Mit unseren Zuschauerzahlen ist der Fußball ein Risikofaktor“, sagt Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Ohne den klassischen Heimvorteil ist der Bundesliga-Siebte aus Niedersachsen gegen den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk (21 Uhr/DAZN) alles andere als Favorit.

In Leverkusen indes freute man sich auf den Auftritt vor 50 000 schottischen Fans (21 Uhr/RTL und DAZN) bei den Glasgow Rangers, auch wenn der zwischenzeitlich in die Viertklassigkeit verbannte Traditionsverein als extrem heimstark gilt. Es fehlt allerdings das Sextett um die Bender-Zwillinge Lars und Sven, Kevin Volland, Lucas Alario, Nadiem Amiri und Daley Sinkgraven beim dritten Anlauf auf das Viertelfinale in der Europa League.

„Aber wir wollen unseren Flow einfach mitnehmen“, sagte Toptalent Kai Havertz. Schließlich sind die offensivstarken Rheinländer, die im Halbfinale des DFB-Pokals beim 1. FC Saarbrücken antreten müssen, seit neun Begegnungen ungeschlagen und wollen dies im legendären Ibrox Stadium auch bleiben. Auch Sport-Geschäftsführer Rudi Völler blickt erwartungsfroh der Atmosphäre bei den Rangers entgegen: „Wir spielen Donnerstag in einem tollen Stadion. Dort wollen wir ein gutes Spiel abliefern und die Basis für das Weiterkommen legen.“

Auch bei anderen Europa-League-Spielen schlägt die Viruskrise voll durch. So bekam der AS Rom keine Landeerlaubnis in Spanien für das Spiel beim FC Sevilla, die Partie fiel aus. Der spanische Club FC Getafe boykottiert das Achtelfinal-Hinspiel bei Inter Mailand sogar, reiste gar nicht erst an und nimmt sogar ein Aus am Grünen Tisch in Kauf. Präsident Ángel Torres sagte: „Wir wollen nicht ins Epizentrum des Coronavirus reisen.“ Die Uefa muss nun eine Notlösung für die Europacup-Wettbewerbe suchen, zumal auch in der Champions League mit Atalanta Bergamo mindestens ein italienischer Club weiter dabei ist.