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Unsere Woche
Wenn Drachen Feuer löschen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Beim Rundgang über das Ausstellungsgelände der Kreisfeuerwehrtage am Wochenende fällt mein Blick an einem der Stände auf einen kleinen, grünen Drachen mit rotem Helm. Grisu, ein Held aus meiner Kindheit. Von Evelyn Schneider

Sofort muss ich schmunzeln und an jenen Satz denken, den die Zeichentrickfigur doch immer so inbrünstig sagte: „Ich will Feuerwehrmann werden!“ Ein feuerspeiender Drache als Brandschützer? Unmöglich!? Aber wer bestimmt eigentlich, ob etwas möglich ist oder nicht?


Ich muss an den achtjährigen Elia denken. Seine Geschichte haben in dieser Woche viele gelesen. Und sicher hat sein Schicksal auch viele berührt. Der Junge klettert, tobt gerne mit seinem Vater im Garten und fährt Rad. Ganz selbstverständlich. Er wurde mit Down-Syndrom geboren. Ein Handicap? Für ihn nicht, für andere vielleicht.

Wer nicht der Norm entspricht, der hat es oft nicht leicht. Um Berührungsängste abzubauen, hat das Gymnasium Wendalinum mit der Lebenshilfe ein inklusives Schulfest gefeiert. Schüler absolvierten gemeinsam Spielstationen, hatten Spaß. Es hat funktioniert.



Keine Frage, Aktionen im Zeichen von Inklusion und Integration sind eine gute Sache. Doch vielleicht werden sie eines Tages nicht mehr gebraucht. Dann nämlich, wenn Menschen einfach mit Menschen zusammenleben. In einer Welt, in der selbst ein feuerspeiender Drache Feuerwehrmann werden könnte.