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Buch aus Kindertagen
Weltbeste Eltern und Struwwelliese

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ja, ich gebe es zu: Ich habe sehr spät angefangen zu lesen. Viel zu sehr habe ich es genossen, in meine Decke gekuschelt im Bett zu liegen und mir von meiner Mutter vorlesen zu lassen. Vorzugsweise ein Märchen der Gebrüder Grimm oder die „Struwwelliese“, das weibliche und für mich viel interessantere Pendant zum „Struwwelpeter“. Von Melanie Mai

Ich erinnere mich: Meine Mutter las das Buch quasi mit geschlossenen Augen vor. Spätestens nach dem 123. Mal konnte sie den Text auswendig. Der ist übrigens bei mir bis heute hängen geblieben. Auch ich kann ihn meiner Tochter auswendig vorsagen. Das habe ich in den vergangenen sechs Jahren auch so manches Mal gemacht. Viel lieber aber blättert Emilia schon immer in zwei Büchern: „Die weltbeste Mama“ und „Der weltbeste Papa“ von René Gouichoux und Thomas Baas. Sie erklären den Kindern in Wort und Bild die Welt: Mütter kriegen alles hin, haben 18 Arme, können gleichzeitig telefonieren, die Glühbirne wechseln und den Schrank an eine neue Stelle rücken. Während die Väter mit der Spielkonsole ihrer Kinder zocken und Chips fürs Mittagessen kaufen. Wie im Leben.