| 20:40 Uhr

Lieblings-Kinderbuch
Da staunte so mancher Großonkel

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Ich stamme aus einer Familie von Viellesern. Die abendliche Lektüre - am Anfang als Vorlesen, mittlerweile kann ich das geraume Zeit schon alleine - gehört bei uns dazu wie die Butter aufs Brot. Und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Eine Fülle von Büchern hat, seit ich denken kann, mein Gehirn gekreuzt. Lieblings-Kinderbuch? Ganz schwer. Was mir aber als erstes in den Sinn kommt, ist mein erstes eigenes Buch: Die Struwwelliese. Die hat man mir so oft vorgelesen, dass ich mit vier Jahren das Buch - natürlich - mit korrektem Umklappen - auswendig aufsagen konnte. Eine beliebte elterliche Showeinlage nach festlichen Kaffeetafeln zur Verblüffung angeberischer Großonkel sowie arroganter Nachbarn. Ich habe es geliebt, dieses eigensinnige, faule, schmutzige und so wunderbar unkonventionelle Mädchen. Dass die Liese am Ende dann doch sauber, fleißig und adrett vom Buchrücken gelacht hat - selber Schuld, denn die Liese hatte auch einen für die Vierjährige unverzeihlichen Makel - sie war nicht immer nett zu Tieren. Deshalb aber bestand für mich diese Gefahr nicht: Ich mag ja Tiere.