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Ausstellung
Straße der Skulpturen im Bild verankert

Das Siegerfoto von Franz-Josef Bonenberger: „Erinnerung an die Nike von Samothrake“ steht auf dem Baltersweiler Symposionsgelände.
Das Siegerfoto von Franz-Josef Bonenberger: „Erinnerung an die Nike von Samothrake“ steht auf dem Baltersweiler Symposionsgelände. FOTO: Bonenberger
St. Wendel. Eine Ausstellung des Fotoclubs Tele Freisen zeigt im Stadtmuseum bis Ende Januar 80 Aufnahmen der steinernen Kunstwerke.

Sie sind stumme Zeitzeugen, aber wichtige Geschichtsträger des St. Wendeler Landes. 58 große Steinblöcke zieren von St. Wendel die „Straße der Skulpturen“ bis zum Bostalsee. In landschaftlich reizvoller Lage entlang des Saarland-Rundwanderweges haben 48 Künstler aus elf Ländern  eine riesige Freiluft-Galerie geschaffen, die bundesweit einmalig ist. „Gegenstände im öffentlichen Raum, denen man ständig begegnet – egal ob Kunst oder nicht – beginnen in unserer Wahrnehmung irgendwann unsichtbar zu werden. Sie werden selbstverständlich“, bedauert die St. Wendeler Museumsleiterin Cornelieke Lagerwaard.


Die Verantwortlichen des Vereins Straße des Friedens und des Museums St. Wendel haben vor einigen Jahren festgestellt, dass dringend neues Fotomaterial zu den St. Wendeler Skulpturen benötigt wird. „Zum einen waren manche Aufnahmen veraltet, zum anderen war die Qualität nicht immer optimal“, sagt Lagerwaard. Gemeinsam mit dem Fotoclub „Tele“ Freisen ist dann die Idee entstanden, einen vereinsinternen Wettbewerb zu organisieren.

Aus den etwa 500 eingereichten Fotos zahlreicher Fotografen hat die Jury letztliche die 80 offensichtlich reizvollsten Bilder ausgewählt, die bis 28. Januar im Museum St. Wendel zu sehen sind. „Alle sind sehr treffend“, sagt Gerhard Leibrock. Der Justizrat a. D. war lange Jahre Vorsitzender des St. Wendeler Vereins Internationales Steinbildhauersymposion. „Vor mehr als 40 Jahren war es schon ein Wagnis, die Bevölkerung mit der bildenden Kunst im öffentlichen Raum vertraut zu machen“, blickt der 89-Jährige zurück. Er hat sich neben der finanziellen Ausstattung für die Künstler auch um die formellen Dinge kümmern müssen. „Ich habe Verhandlungen mit Grundstückseigentümer geführt und Vertragsabschlüsse getätigt, damit der Stein auch langfristig deponiert werden konnte“, berichtet er. All diese entscheidenden Arbeiten hat Leibrock in Abstimmung mit dem künstlerischen Vater der Skulpturenstraße, Leo Kornbrust, ausgeführt. „Danach hatten die Künstler ein bis zwei Monate in St. Wendel freie Hand“, ergänzt Leibrock. Nun sind 80 Fotografien mit den Kunstwerken von der Skulpturenstraße im Stadtmuseum zu sehen. „Die Ausstellung zeigt, dass es unter den Skulpturen auch Lieblingsmotive gegeben hat“, freut sich Museumsleiterin Lagerwaard. Fünf Fotos hat eine Jury mit einem Geldpreis prämiert.

Die Aufnahme „Struktur Baltersweiler Stein“ von Ingrid Neu ist auf Platz fünf gelandet, Michael Dorscheids Schnappschuss vom jüdischen Friedhof belegt den vierten Platz. Fotoclub-Vereinschef Franz-Rudolf Klos hat den wie auf Puderzucker bei Güdesweiler aufgestellten „Wolkenstein“ (Franz Xaver Ölzant, 1979) bildlich für den dritten Platz in Szene gesetzt. Das Foto „Durchblick in der Landschaft“ (Paul Schneider, 1971) von Horst Bellmann nimmt Rang zwei ein. Dunkle Wolken ziehen am Balterweiler Symposionsgelände über der 2,75 Meter hohen Skulptur „Erinnerung an die Nike von Samothrake“ (Gabi Beju, 1972), dem Siegerfoto von Franz-Josef Bonenberger, auf. „Die Kunstwerke an der Skulpturenstraße sollen wieder gesehen werden“, betont Lagerwaard. Die Fotoausstellung im Museum St. Wendel ist bis 28. Januar geöffnet, am Samstag, 16. Dezember, wird um 14 Uhr eine kostenlose Führung angeboten.