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Regierung legt sich im Fall Opel nicht fest

Berlin. Vor dem heutigen Spitzentreffen zur Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel hält sich die Bundesregierung alle Möglichkeiten offen. Dies wurde gestern am Rande der Gespräche über den Einstieg eines Investors bei Opel deutlich

Berlin. Vor dem heutigen Spitzentreffen zur Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel hält sich die Bundesregierung alle Möglichkeiten offen. Dies wurde gestern am Rande der Gespräche über den Einstieg eines Investors bei Opel deutlich. Berlin will sich nicht endgültig auf eines der drei vorgelegten Konzepte festlegen, um angemessen auf die ausschlaggebende Entscheidung des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) und der US-Regierung reagieren zu können. Dem existenzbedrohte GM-Konzern droht unmittelbar die Insolvenz. Sein Schicksal liegt in der Hand der Gläubiger, die spätestens in der Nacht zum Mittwoch ihre Zustimmung zu einem milliardenschweren Schuldenverzicht geben müssen. GM steht bei den Gläubigern mit rund 27 Milliarden Dollar in der Kreide. Unterdessen hält in der großen Koalition der Streit darüber an, ob bei Opel eine Insolvenz infrage kommt. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schließt dies nicht aus. Das Wirtschaftsministerium wies jedoch die Darstellung der "Bild"-Zeitung zurück, er habe eine Zerschlagung von Opel ins Gespräch gebracht. "Herr Guttenberg soll aufhören, ein Unternehmen wie Opel in die Pleite zu reden", kritisierte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Es wird erwartet, dass die deutsche Seite bei ihrem Spitzentreffen den Amerikanern zwar deutlich macht, wen sie favorisiert. Sie werde aber keines der Konzepte für Opel ausschließen. Die Bundesregierung und die Bundesländer mit Opel-Standorten wollen den Autobauer vor einer GM-Insolvenz aus dem Konzern herauslösen. Dafür sollen eine Brückenfinanzierung über 1,5 Milliarden Euro sowie ein Treuhandmodell festgezurrt werden.Bei den Gesprächen sollen die Manager des italienischen Autobauers Fiat und des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna Rede und Antwort stehen. Ob der Finanzinvestor Ripplewood, der auch ein Angebot für Opel vorgelegt hatte, teilnimmt, blieb offen. Laut Guttenberg gibt es möglicherweise noch einen vierten Interessenten aus China. SPD-Fraktionschef Peter Struck bezog dagegen Position: Aus Sicht der SPD liege Magna im Bieterkampf vorne. dpa/afp