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VW will mit E-Autos an die Weltspitze

VW will mit E-Autos an die Weltspitze

VW steckt im größten Umbruch der Unternehmensgeschichte. Der Dieselskandal kostet Milliarden. Trotzdem setzt der Wolfsburger Konzern auf Angriff – auch in den USA.

Volkswagen nimmt sich viel vor. Die Kernmarke VW soll in weniger als zehn Jahren zum "Weltmarktführer" in Sachen Elektroautos werden. "Wir machen das Elektroauto zum strategischen Kernelement der Marke Volkswagen", kündigte Markenchef Herbert Diess gestern in Wolfsburg an. Dort stellte er die Strategie Transform 2025+ vor, die einen langfristigen Plan zur Neuausrichtung des Herstellers beschreibt.

Von 2020 an will die Marke Volkswagen, die wie andere Teile des Autokonzerns mit den Folgen des Dieselskandals kämpft unter einer mangelhaften Profitabilität leidet, zahlreiche Elektroautos auf den Markt bringen. Bis spätestens 2025 will die Marke Diess zufolge jedes Jahr eine Million davon verkaufen und dadurch zum "Weltmarkführer bei der Elektromobilität" werden.

Jenseits der Elektromobilität setzt VW der neuen Strategie 2025+ zufolge massiv auf die Digitalisierung und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder durch ständig mit dem Internet verbundene und autonom fahrende Autos.

Flankiert werden soll die Strategie durch Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, mit denen die bisher nicht konkurrenzfähige operative Umsatzrendite bis 2020 auf vier Prozent und bis 2025 auf sechs Prozent erhöht werden soll. In einem ersten Schritt werde VW in den nächsten Jahren bis 2020 sein "Kerngeschäft reparieren", sagte Diess.

Während VW die Kompetenzen für Elektromobilität und weitere Zukunftstrends aufbaut, will die Marke ertragsschwache Modellvarianten streichen sowie mit einem Ausbau der SUV-Palette die Marktführerschaft im Volumengeschäft in Europa und China sichern und im lukrativen US-Fahrzeugmarkt wachsen. Dort ist VW derzeit nur ein Nischenanbieter. Insgesamt will VW demnach die Anzahl seiner SUV-Modelle von aktuell zwei auf 19 erhöhen. Ihr Anteil am VW-Gesamtabsatz in Europa soll in den nächsten Jahren von 13 Prozent auf 30 Prozent steigen, in den USA von 15 Prozent auf 35 Prozent. "Teilweise haben wir auch Marktentwicklungen verschlafen", räumte Diess ein. Der Trend hin zum SUV werde anhalten.

VW zieht aber auch weitere Konsequenzen aus dem Dieselskandal. In den USA, wo die Manipulationen der Abgas-Software aufgeflogen waren, will das Unternehmen keine neuen Diesel-Autos mehr verkaufen. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir in den USA keine neuen Dieselfahrzeuge mehr anbieten", sagte Diess dem "Handelsblatt".

Der Zukunftsplan des Managements ist eng verzahnt mit dem vor wenigen Tagen vorgestellten sogenannten Zukunftspakt, auf den sich VW-Firmenleitung und Betriebsrat geeinigt hatten. Er sieht unter anderem den Abbau von 23 000 Stellen in Deutschland vor. Parallel will VW 3,5 Milliarden Euro in neue Technikbereiche investieren und dort 9000 neue Jobs schaffen.