Morgen streiken die Lufthansa-Piloten

Morgen streiken die Lufthansa-Piloten

Die Piloten der Lufthansa fliegen wieder einmal nicht. Es ist bereits der 14. Streik im laufenden Tarifstreit. Die Positionen zwischen Konzernführung und Gewerkschaft liegen weit auseinander.

Auf Fluggäste der Lufthansa und von Eurowings kommt abermals Ungemach zu: Die Piloten von Deutschlands größter Fluggesellschaft haben für morgen zum nächsten Streik aufgerufen. Dann wollen sie den Flugverkehr auf der Lang- und Kurzstrecke der Lufthansa komplett be streiken, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit gestern ankündigte. Betroffen seien alle Flüge aus Deutschland.

Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings .

Lufthansa hatte vorige Woche versucht, den drohenden Pilotenstreik in letzter Minute abzuwenden. "Es ist noch nicht zu spät für eine Einigung", sagte Personal-Vorstand Bettina Volkens und appellierte an die Pilotengewerkschaft, gemeinsam mit dem Unternehmen in eine Schlichtung zu den offenen Vergütungsfragen zu gehen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte das abgelehnt. Grund sei das viel zu niedrige Gehaltsangebot, das man als Grundlage einer Schlichtung nicht akzeptieren könne, sagte VC-Sprecher Markus Wahl.

Tatsächlich klaffen die Vorstellungen der Tarifpartner sehr weit auseinander: Die Gewerkschaft fordert über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017 Gehaltserhöhungen von insgesamt 22 Prozent in fünf Stufen. Der vorherige Tarifvertrag über die Gehälter der rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings war Ende April 2012 ausgelaufen. Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Lohnplus von 2,5 Prozent für den 20 Monate längeren Zeitraum bis Ende 2018 angeboten. Angesichts von Milliardengewinnen des Unternehmens könne man Reallohnverluste beim Personal nicht hinnehmen, erklärte die VC.

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings rief die Gewerkschaft Verdi die Kabinenbeschäftigten gestern für heute in Hamburg und Düsseldorf zum Streik auf. An beiden Standorten sollen die Beschäftigten von fünf Uhr morgens bis 20 Uhr die Arbeit niederlegen. Trotz mehrmonatiger Verhandlungen habe mit dem Vorstand von Eurowings bislang kein Ergebnis über einen Tarifabschluss erzielt werden können. Bereits im Oktober war es bei der Lufthansa-Tochter zu Streiks gekommen, die aber von der Gewerkschaft Ufo ausgerufen worden waren. Die beiden Gewerkschaften konkurrieren um die Vertretung der Kabinenbeschäftigten.

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