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Konsum bleibt Konjunkturstütze

Konsum bleibt Konjunkturstütze

Vor Jahren war es vor allem die Exportindustrie, inzwischen bringen zunehmend deutsche Verbraucher die Konjunktur auf Touren. So wird es Experten zufolge auch im nächsten Jahr sein.

Sie rechnen nicht gerade mit einem Wirtschaftsboom, aber auch von Krisenstimmung kann keine Rede sein. Für 2017 gehen die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute von einem moderaten Wachstum aus. Um 1,4 Prozent wird nach ihrer Einschätzung die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr wachsen - nach voraussichtlich 1,9 Prozent in diesem Jahr.

Dennoch warnen die Ökonomen vor zunehmenden Risiken für die deutsche Konjunktur und ermahnen die Politik, mehr Vorsorge zu treffen. "Die Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre war in erster Linie auf Umverteilung ausgerichtet", heißt es in dem Herbstgutachten. "Zukunftsorientierte Maßnahmen wurden vernachlässigt, sind aber dringend erforderlich, steht Deutschland doch vor den besonderen Herausforderungen der Alterung der Bevölkerung und der hohen Zuwanderung." Es gebe erhebliche Defizite in der Infrastruktur, Bildung und Forschung. Zudem sei die Abgabenbelastung der Arbeitnehmer zu hoch. Die Rentensysteme müssten demografisch wetterfester gemacht werden. Spielraum in den Staatskassen dafür gebe es.

Auch das kommende Jahr ist kein Selbstläufer. Um 2017 einem Null-Wachstum zu entgehen, muss sich die deutsche Wirtschaft nach Analyse der Wirtschaftsforscher vor allem ihrer eigenen Stärke besinnen. Zu groß seien noch immer die weltwirtschaftlichen Risiken, um starke Impulse von dem einst zentralen Wachstumstreiber, den Exporten, zu bekommen, sagen die Ökonomen.

Ob Wirtschaftsprobleme in China, der angekündigte Brexit, die Konflikte im Nahen Osten oder die Bankenkrise in Italien und Portugal - "noch immer dominieren Abwärtsrisiken in der Weltkonjunktur", beschreiben die Konjunkturexperten die gegenwärtige Lage. Zwar dürfte sich die Weltkonjunktur 2017 etwas bessern und damit auch die deutschen Exporte wieder zunehmen. Dennoch bleibe eine Sorge: dass der Brexit-Virus und die vielerorts verbreiteten Globalisierungsängste auf andere Länder überspringen.

Die deutsche Wirtschaft bleibe daher weiter auf binnenwirtschaftliche Wachstumstreiber angewiesen: den robusten Arbeitsmarkt und den privaten Verbrauch. Die Wirtschaftsexperten sind dafür optimistisch: Die Löhne werden weiter wachsen, wenn auch langsamer, die Renten deutlich zulegen. Verlass ist nach den Expertenprognosen weiterhin auf den Arbeitsmarkt. Auch wenn die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge Monat für Monat um 10 000 bis 15 000 wächst. Von einer Jobkrise auf dem Arbeitsmarkt dürfte auch im kommenden Jahr keine Rede sein. Die Zahl der Arbeitslosen werde nur leicht auf rund 2,7 Millionen steigen.