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Im Saarland werden die wenigsten Kinder geboren

Im Saarland werden die wenigsten Kinder geboren

Saarbrücken/Wiesbaden. In keinem anderen deutschen Flächenland bekommen Frauen so wenig Kinder wie im Saarland. Das ergibt sich aus Zahlen, die das Statistische Bundesamt gestern vorgelegt hat. Rechnet man die Geburten des Jahres 2008 auf die kommenden Jahre hoch, wird jede junge Saarländerin im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,25 Kinder zur Welt bringen

Saarbrücken/Wiesbaden. In keinem anderen deutschen Flächenland bekommen Frauen so wenig Kinder wie im Saarland. Das ergibt sich aus Zahlen, die das Statistische Bundesamt gestern vorgelegt hat. Rechnet man die Geburten des Jahres 2008 auf die kommenden Jahre hoch, wird jede junge Saarländerin im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,25 Kinder zur Welt bringen. Unter allen Bundesländern hat nur Hamburg einen so niedrigen Wert. Im Vorjahr hatte die Geburtenziffer im Saarland noch etwas höher, nämlich 1,26, betragen.

Deutschlandweit lag sie 2008 bei 1,38. Dabei haben die Frauen in Ost-Deutschland mit 1,4 Kindern die West-Frauen mit 1,37 erstmals seit Anfang der 90er Jahre wieder überflügelt. Sachsen (1,44) hatte unter den Ländern die Nase vorn, gefolgt von Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit je 1,42. Statistisch gesehen muss eine Frau im Schnitt 2,1 Kinder zur Welt bringen, damit die Bevölkerung nicht schrumpft.

Bereits vor zwei Wochen hatte das Landesamt für Statistik vorausgesagt, dass im Saarland früher als bisher prognostiziert, nämlich schon im Jahr 2013, weniger als eine Million Menschen leben werden. Hintergrund waren Zahlen für das erste Halbjahr 2009, für das mit einem Minus von 4800 Einwohnern bereits eine Beschleunigung des Bevölkerungsschwunds festgestellt wurde. Als Grund wurde neben dem Geburtenrückgang der Wegzug angegeben.

Die Saar-SPD bezeichnete die neuen Zahlen gestern als "Alarmsignal". Ihr Generalsekretär Reinhold Jost sagte, junge Menschen entscheiden sich nur dann für Kinder, wenn sie eine gesicherte Existenz hätten. Im Saarland hätten die Menschen aber "Angst vor der Zukunft". ulb/dpa