E10 sollte eigentlich den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben

E10 sollte eigentlich den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben

Umweltminister Röttgen wirft der Ölbranche eine verwirrende Informationspolitik als Grund für die Eskalation vor. Stimmt das? Eigentlich nicht. Der Chef des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), Klaus Picard, hatte nur gesagt, dass die weitere Einführung an Tankstellen, die noch kein E10 haben, wegen der Absatzprobleme vorerst gestoppt werden musste

Umweltminister Röttgen wirft der Ölbranche eine verwirrende Informationspolitik als Grund für die Eskalation vor. Stimmt das?Eigentlich nicht. Der Chef des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), Klaus Picard, hatte nur gesagt, dass die weitere Einführung an Tankstellen, die noch kein E10 haben, wegen der Absatzprobleme vorerst gestoppt werden musste. Denn die Raffinerien bekommen ihre randvollen E10-Tanks nicht leer und kommen gleichzeitig mit der Produktion der verstärkt nachgefragten Super-Sorten nicht nach.

Wie reagiert die Branche?

Shell, ExxonMobil und Total halten offiziell an dem Plan fest, E10 bis Ende März flächendeckend einzuführen. Total kann das wohl auch schaffen, weil die Tankstellen überwiegend im Osten liegen und aus der Raffinerie Schwedt (Brandenburg) versorgt werden. Shell und Esso sind dagegen auf Zulieferungen von BP/Aral angewiesen. Der vorläufige Stopp der E10-Produktion in der BP-Raffinerie Gelsenkirchen bringt die Pläne gründlich durcheinander. Der Umweltexperte der Union, Josef Göppel (CSU), spricht von einem "Komplott und üblen Trick" der Branche, die E10 mit dem Argument der Absatzkrise gezielt torpediere. Zudem habe die Automobilindustrie dem Pflanzensprit zugestimmt, um schärfere Auflagen beim Ausstoß des Klimakillers CO2 zu vermeiden, informiere aber nun zu wenig. Die Alternative zu E10 seien angesichts drohender Ölknappheit massiv höhere Spritpreise.

Warum wurde E10 eingeführt?

Die Grundlage für die Markteinführung ist die EU-Richtlinie über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen, die fordert, dass bis 2020 zehn Prozent der Energie im Verkehrssektor aus erneuerbaren Energien kommt. Deutschland führte zum Erreichen des Ziels den Kraftstoff E10 ein. In den meisten anderen EU-Staaten gibt es diesen Biosprit nicht. dpa

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