Deshalb wächst China langsamer

Über Jahrzehnte konnte China jedes Jahr ein riesiges Wirtschaftswachstum verkünden. 2012 fiel es mit 7,8 Prozent auf den tiefsten Stand seit 1999.

Und dieses Jahr könnte es noch schwächer sein. Drei zentrale Gründe:

Das Ausland: Wichtige Handelspartner in Europa durchlaufen Rezessionen oder konjunkturelle Durststrecken. Aufstrebende Schwellenländer wie Indien oder Brasilien leiden unter Kapitalflucht, Rohstoffländer wie Russland oder Australien werden durch sinkende Preise für Öl oder Industriemetalle unter Druck gesetzt. All das lastet auf dem chinesischen Außenhandel, einer tragenden Säule des Wirtschaftswachstums.

Die staatlichen Investitionen: Sie können die Exportschwäche nicht ausgleichen. Und sie sollen es im Zuge eines Strategiewechsels nicht mehr: Gerade der Immobilienmarkt, der durch massive Bauausgaben des Staates aufgebläht wurde, soll schrumpfen. Daneben versucht der Staat, Überkapazitäten in den Industrieunternehmen abzubauen.

Der Wechselkurs: Das traditionell eher verschlossene Land will sich für ausländische Investoren öffnen. Deswegen gibt es den Wechselkurs des Renminbi schrittweise frei. Steigende Kurse machen aber chinesische Produkte im Ausland teurer.