100 Milliarden Euro für Rettung spanischer Banken

Madrid/Brüssel. Weltweite Erleichterung: Eine Woche vor der mit Sorge erwarteten Wahl in Griechenland hat Europa die spanische Bankenkrise entschärft. Die Führung in Madrid kann nun auf Notkredite bis zu 100 Milliarden Euro aus europäischen Rettungsfonds bauen, um die bedrohten Geldinstitute zu sanieren. Damit beugte sich die Regierung nach wochenlangem Zögern dem internationalen Druck

Madrid/Brüssel. Weltweite Erleichterung: Eine Woche vor der mit Sorge erwarteten Wahl in Griechenland hat Europa die spanische Bankenkrise entschärft. Die Führung in Madrid kann nun auf Notkredite bis zu 100 Milliarden Euro aus europäischen Rettungsfonds bauen, um die bedrohten Geldinstitute zu sanieren. Damit beugte sich die Regierung nach wochenlangem Zögern dem internationalen Druck.Die Spanien-Hilfe ist eine doppelte Premiere: Erstmals funkt ein Schwergewicht der Eurozone SOS. Und anders als in Griechenland, Portugal und Irland gibt es erstmals spezielle Hilfen zur Stabilisierung des Bankensystems. Damit entgeht die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone den befürchteten strengen Kontrollen ihres Staatsbudgets: Die mit den Hilfen verknüpften Auflagen gelten nur für Banken.

Der Beschluss für den Hilferuf des Landes fiel nach einer mehrstündigen Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister. Der Schritt soll Vertrauen an den internationalen Finanzmärkten schaffen. "Die Kredite werden umfangreich genug sein, um einen Damm zu bilden, der alle möglichen Kapitalbedürfnisse auffangen kann", heißt es in einer Erklärung der Minister.

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy lobte die Hilfsbereitschaft der Eurozone. "Die Glaubwürdigkeit des Euro hat gewonnen", sagte er gestern. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wertete die Entscheidung als richtig und notwendig. US-Finanzminister Timothy Geithner sprach von einem konkreten Schritt auf dem Weg zu einer Fiskalunion, die für die Belastbarkeit der Eurozone lebenswichtig sei. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, wertete die Entscheidung als "glaubwürdige" Absicherung. , Interview; Seite A 4: Meinung afp/dpa