Deutsche wollen noch mehr Hilfe für Familien

Deutsche wollen noch mehr Hilfe für Familien

Berlin/Saarbrücken. Die Förderung junger Familien ist vielen Bundesbürgern wichtiger als die Umsetzung des Atom-ausstiegs oder die Gesundheitsreform. Das zeigt der "Familienmonitor 2012" des Allensbach-Instituts, den Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) gestern vorstellte

Berlin/Saarbrücken. Die Förderung junger Familien ist vielen Bundesbürgern wichtiger als die Umsetzung des Atom-ausstiegs oder die Gesundheitsreform. Das zeigt der "Familienmonitor 2012" des Allensbach-Instituts, den Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) gestern vorstellte.

Bei den dringlichsten politischen Aufgaben hat zwar die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit für 79 Prozent weiter Vorrang, gefolgt von sicheren Renten (76 Prozent) und Wirtschaftswachstum (66 Prozent). Für jeden Zweiten gehört jedoch die stärkere Förderung von Familien zu den wichtigsten Aufgaben, und 47 Prozent wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Staatliche Leistungen für Familien werden überwiegend positiv eingeschätzt, wie die Studie zeigt. So halten zwei Drittel das Elterngeld für eine gute Regelung. 68 Prozent fordern Unterstützung für Personen, die pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreuen. Und sogar drei Viertel der Deutschen finden den geplanten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige positiv. Allerdings bezweifeln 59 Prozent, dass es gelingt, genug Plätze bereitzustellen. Ministerin Schröder betonte, der Rechtsanspruch sei für sie "nicht verhandelbar". Morgen werde das Bundeskabinett zusätzlich 580 Millionen Euro aus Bundesmitteln für den Kita-Ausbau zur Verfügung stellen. Die Länder müssten jedoch schnell signalisieren, wenn sie die Ausbauziele nicht in der geplanten Zeit bewältigen könnten, so Schröder. Im Saarland befürchtet derzeit jede vierte Kommune, den Rechtsanspruch im nächsten August nicht einlösen zu können.

Der neue "Familienmonitor" belegt allerdings auch, dass die Bürger nicht ausschließlich den Staat in der Pflicht sehen: Viele fordern mehr Unterstützung von den Arbeitgebern ein. Entlastung durch flexible Arbeitszeiten ist dabei für 89 Prozent der Befragten wichtig, 61 Prozent wünschen sich mehr betriebliche Einrichtungen zur Kinderbetreuung. Zudem plädieren knapp zwei Drittel für mehr Sonderurlaub, um erkrankte Kinder versorgen zu können. afp/epd/kna/red

Foto: dapd

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