1. Nachrichten
  2. Politik

Beweise für Zschäpes Beteiligung an Neonazi-Morden

Beweise für Zschäpes Beteiligung an Neonazi-Morden

Berlin. Im Fall der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle haben die Ermittler nach Angaben der Bundesanwaltschaft Beweise für eine Tatbeteiligung der einzigen Überlebenden, Beate Zschäpe

Berlin. Im Fall der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle haben die Ermittler nach Angaben der Bundesanwaltschaft Beweise für eine Tatbeteiligung der einzigen Überlebenden, Beate Zschäpe. Die in Untersuchungshaft sitzende Zschäpe sei über das Morden informiert und zumindest durch logistische Hilfe an den Taten beteiligt gewesen, sagte Generalbundesanwalt Harald Range der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".Es sei noch nicht klar, ob Zschäpe "an einem oder mehreren Tatorten" war, sagte Range. Eine Beteiligung stehe aber außer Frage. "Wir haben viele Beweismittel, die belegen, dass sie sehr genau wusste, was in den Köpfen (der mutmaßlichen Mörder) Mundlos und Böhnhardt vorgegangen ist und was sie getan haben. Und dass sie an den Taten beteiligt war, zumindest durch logistische Hilfe." Die Ermittler gehen davon aus, dass die Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einer über Jahre dauernden Mordserie zahlreiche Menschen mit muslimischem Hintergrund töteten. "Wenn wir ihr die Mittäterschaft zum Mord nachweisen können, ist eine lebenslange Freiheitsstrafe die Konsequenz. Bei so vielen Morden kann das auch wirklich heißen: lebenslang", sagte Range.

Der Generalbundesanwalt erkennt keine systematische Hilfe der NPD für die Zwickauer Terrorzelle. "Bei einzelnen Unterstützern gibt es eine personelle Überschneidung", sagte er. "Eine strukturierte Unterstützung aus der NPD gab es nach unseren bisherigen Erkenntnissen aber nicht." Range äußerte zudem Vorbehalte gegen ein mögliches neues NPD-Verbotsverfahren. "Man muss sich mit dem Rechtsextremismus politisch auseinandersetzen. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe."

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten am Donnerstag vereinbart, neun Jahre nach dem Scheitern des ersten NPD-Verbots wieder systematisch Beweise gegen die rechtsextreme Partei zu sammeln. dpa/epd