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Goethe-Institut will über seine 1000 Anlaufstellen weltweit Zivilgesellschaften stärken

Bilanz der Goethe-Institute : Goethe-Institut will Zivilgesellschaft stärken

Multilaterale Projekte im kommenden Jahr in der Türkei und Osteuropa geplant

(epd) Das Goethe-Institut will angesichts eines zunehmenden Nationalismus und autoritärer Regime weltweit die Zivilgesellschaften stärken. „Die Welt ist in Unordnung“, sagte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, gestern in Berlin auf der Jahrespressekonferenz des Kulturinstitutes. In vielen Ländern seien die Goethe-Institute mittlerweile Hoffnungsträger für Kunst- und Wissenschaftsfreiheit. Neue Projekte zur Stärkung der Kulturszene sind etwa in der Türkei, Polen und Ungarn geplant.

Angesichts erschwerter Arbeitsbedingungen für ausländische Nichtregierungsorganisationen in einigen Staaten sagte Lehmann, das Goethe-Institut sei zwar „nicht in seiner Arbeit gefährdet“. Druck werde allerdings auf Partner ausgeübt, um Kooperationen zu unterbinden. Als Beispiel nannte Generalsekretär Johannes Ebert Veranstaltungen zu genderspezifischen und sogenannten LGBTI-Themen etwa in Russland, manchen osteuropäischen Staaten und im arabischen Raum.

Das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland ist mit 159 Instituten in 98 Ländern vertreten. Der Gesamtetat stieg 2018 um rund 15 Millionen Euro auf insgesamt 416 Millionen. Davon stammen knapp ein Drittel aus Einnahmen aus Sprachkursen und Prüfungsgebühren. Der Rest wird vom Bund finanziert. Das Goethe-Institut soll die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland fördern, ein aktuelles Deutschlandbild vermitteln und die internationale kulturelle Zusammenarbeit pflegen. Kooperationen mit Partner-Institutionen inbegriffen, verfügt man weltweit insgesamt über rund 1000 Anlaufstellen.

Kunst und Kultur seien „der Schlüssel, um Prozesse anzustoßen oder Alternativen zu formulieren“, betonte Lehmann. Ein zentraler Schwerpunkt des Goethe-Instituts sei deshalb die Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure. Lehmann verwies auf Austausch- und Besucherprogramme, Bildungsangebote für Kulturberufe, Koproduktionen und Schutzräume für Künstler. Überdies entwickele man Programme im Bildungsbereich wie etwa die „Digitale Netzwerkuniversität“, in der russische, ukrainische, georgische und deutsche Universitäten gemeinsame Lehrprogramme zur Friedens- und Konfliktforschung oder zum transkulturelles Lernen erarbeiten.